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15. November 2013

With Shakespeare in LoveSonnets for The Dark Lady

Senta Berger rezitiert Shakespeare

»My music« nennt Shakespeare seine »Dark Lady« in einem der ihr gewidmeten Sonette. Mehr noch: Die mysteriöse Dame musiziert auch selbst und der Liebende beneidet die Tasten, die beim Spielen ihre Hände küssen dürfen … Auch in Shakespeares Bühnenstücken ...

»My music« nennt Shakespeare seine »Dark Lady« in einem der ihr gewidmeten Sonette. Mehr noch: Die mysteriöse Dame musiziert auch selbst und der Liebende beneidet die Tasten, die beim Spielen ihre Hände küssen dürfen … Auch in Shakespeares Bühnenstücken gehen Liebe und Musik oft Hand in Hand, und das keineswegs nur metaphorisch: Denn Songs, Tänze und sonstige musikalische Einlagen waren ein unverzichtbares Element im Theater der Shakespeare-Zeit und machten eine Aufführung überhaupt erst vollständig. So zitiert Shakespeare in seinen Werken nicht nur gern alte Lieder und Balladen, sondern kam als Theatermacher vielfach mit der zeitgenössischen Musikszene in Kontakt. Was liegt da näher, als seine Sonette einzubetten in die Musikwelt seiner eigenen Zeit? Zumal die englische Musik unter der selbst musikliebenden und -kundigen Queen Elizabeth I. damals ein Goldenes Zeitalter erlebte und man wahrhaftig aus dem Vollen schöpfen kann. Neben so überragenden Gestalten wie William Byrd und John Dowland gibt es hier viele weitere interessante Komponisten zu entdecken: Etwa Robert Johnson, der nachweislich Musik für einige Shakespeare-Stücke schrieb oder Thomas Campion, um nur zwei zu nennen.
Gerade das Lautenlied, das seit Dowland in England seine herrlichsten Blüten trieb, korrespondiert sowohl im Hinblick auf die poetisch reizvollen Texte wie auf Stimmung und Ausdruck ideal mit Shakespeares Sonetten, widmet es sich doch sehr intensiv und eindrücklich gerade auch den dunklen Seiten der Liebe und der menschlichen Existenz. Wenn eine Countertenor-Stimme diese Lieder vorträgt und eine weibliche Stimme die aus männlicher Sicht geschriebenen Gedichte spricht, wird zugleich das subtile Spiel mit den Geschlechterrollen aufgegriffen, das Shakespeare in seinen Komödien so gerne treibt – deren Frauenrollen im Elisabethanischen Theater ja noch dazu von Männern gespielt wurden … So fügen sich Musik und Worte zusammen zu einem Shakespeare-Abend, der den Hörer tief in Shakespeares Welt eintauchen und seine Dichtung umso intensiver erleben lässt – auf dass er am Ende wie Herzog Orsino in »Was ihr wollt« sich wünschen möge: »If music be the food of love – play on!«



  • Blockflöte
    • Martin Ripper
  • Zink
    • Friederike Otto
  • Violine
    • Birgit Schnurpfeil
  • Tenorgambe
    • Ulrike Becker
    • Annette Rheinfurth
  • Percussion
    • Peter Bauer
  • Laute | Gitarre
    • Hans-Werner Apel
  • Laute

Sonette von
WILLIAM SHAKESPEARE | 1564-1616

Musik von
HENRY PURCELL | 1659-1695
JOHN DOWLAND | 1563-1626
GIOVANNI BASSANO | CA.1552-1617
JOHN PLAYFORD | 1623-1686
WILLIAM BYRD | 1543-1623
ROBERT JOHNSON | CA.1580-CA.1634
FRANCESCO CORBETTA | 1615-1681
MATTHEW LOCKE | 1621-1677
TOBIAS HUME | 1569-1645
THOMAS BALTZAR | 1630-1663
NICOLA MATTEIS | 1650-1714
1:30 h | keine Pause
Im Anschluss an die Vorstellung:
Signierstunde mit Senta Berger und den Musikern der Lautten Compagney Berlin im Gläsernen Foyer