Ihr Staatsopern-Pressespiegel
Ausgewählte Pressestimmen zu »Il trionfo del Tempo e del Disinganno« von Georg Friedrich Händel
(Premiere: 15. Januar 2012)
»Wie Sylvia Schwartz mit dem kaum Hörbaren einen Theatersaal füllen kann, dem Leisesten noch Farben und Nuancen abgewinnen kann, das Verschwindende noch verklingen lässt, war ebenso zu Herzen gehend wie sensationell. Die berühmte Stecknadel hätte man fallen hören können, bevor endlich der Jubel losbrach.« (Neues Deutschland)
»Besser kann diese Musik nicht klingen. Dirigent Marc Minkowski setzte mit seinen Leuten neue Maßstäbe: Das Zusammenspiel zwischen Graben und Bühne grenzte an Perfektion, alle Beteiligten atmeten die Einmütigkeit eines Streichquartetts. Virtuoseste Läufe bei atemberaubenden Tempi, Lautstärkewechsel auf engstem Raum, wie sie nur mit Barockinstrumenten möglich sind, dazu eine Spielfreude wie beim Jugendorchester. Beste Sängerin war die Sopranistin Inga Kalna mit ihrer wunderbar beweglichen Piacere-Darbietung. Gefühlvoll und gerade bei Ensembles klug ausbalanciert: Delphine Galou (Alt) als Disinganno und Charles Workman (Tenor) als Tempo. Die Sopranistin Sylvia Schwartz hatte als Hauptfigur Bellezza jede dritte Nummer zu singen. Sie tat es mit viel Gespür für die nachdenklichen Seiten der Figur.« (Die Welt)
»Die Inszenierung lässt Raum für die eigene Phantasie, ist im Grunde ähnlich minimalistisch wie die legendäre Calisto-Aufführung von Herbert Wernicke – die damals beste Aufführung der Barock-Strecke an der Berliner Staatsoper. Und sie ist auch die beste Inszenierung einer Barock-Oper in Berlin seitdem.« (RBB Kulturradio)
»Hier kommt alles zusammen: Musik, Bildhaftigkeit, Orchestersprache, Bühnenaufriss, Gesang und Regie, um aus Händels Oratorium ein durch und durch fesselndes Bühnenerlebnis zu machen. Jürgen Flimms Regie wird am Schiller Theater mit Recht bejubelt.« (Berliner Morgenpost)
»Der Schauplatz von Flimms Inszenierung, ein großes Restaurant im Retroschick, bietet zahlreiche szenische und symbolische Möglichkeiten. Die Stimmung kurz vor Schluss, wenn die Lichter erkaltet, alle Tische abgeräumt sind und die Putzfrau vor den letzten Gästen bereits ihre Arbeit beginnt, ist ein wunderbarer Ausdruck für die Tabula rasa im Leben der 'Schönheit'.« (Berliner Zeitung)
»Magischer Händel an der Staatsoper« (The Epoch Times)
»Jürgen Flimms Inszenierung ist ein wahres Vergnügen, auch dank dem starken Sängerquartett und den großartigen Musiciens du Louvre · Grenoble mit Marc Minkowski.« (B.Z.)
»Ein herrlicher Opernabend.« (BILD)
Applaus, Applaus! (Leserbrief im Tagesspiegel, 22.01.2012)
»Schwankende Engel« vom 17. Januar
Was für ein wunderbarer Händel-Abend in der Staatsoper im Schillertheater: »Il Trionfo del Tempo e del Disinganno«. Eine kluge, interessante, textgenaue Inszenierung, eindrucksvoll gesungen und musiziert, so dass man am nächsten Tag davon noch erfüllt war. Das einzig Ärgerliche war die Kritik von Ulrich Amling, der anscheinend eine andere Inszenierung erlebt hat als ich.
Die kluge Versuchsanordnung von Jürgen Flimms Regie macht aus diesem schweren Allegorienspiel eine interessante und vielfältige Lebensreise. Ein verblüffend moderner Dialog zwischen den vier Hauptfiguren entsteht, so dass man die verschiedenen Positionen, Haltungen, Argumente und Lebenszeiten selber moralinfrei beurteilen und überdenken kann und sogar der Schluss, aus der Sicht des christlichen 17. Jahrhunderts eine mögliche Konsequenz, zumindest nach einer durchzechten Nacht, denkbar ist.
Aber der Rezensent wollte eine andere Inszenierung sehen, die ihn in Schwaben einst beeindruckt hatte. Er ließ sich bei der Berliner Neuinszenierung nicht von den Bildern und Arrangements eines fabelhaften Ensembles inspirieren und scheint den enorm langen und begeisterten Applaus und die Bravi der Zuschauer nicht gehört zu haben.
Norbert Kentrup, Berlin-Wannsee
DER TAGESSPIEGEL >>
IL TRIONFO DEL TEMPO E DEL DISINGANNO >>
Ausgewählte Pressestimmen zu »Orpheus in der Unterwelt« von Jacques Offenbach
(Premiere: 16. Dezember 2011)
»Was im Schillertheater unter Offenbachs Name aufgeführt wird, ist ein Text des Kabarettisten Thomas Pigor, gespielt von Leuten, die zum Besten gehören, was das deutschsprachige Kino und Fernsehen zurzeit zu bieten hat. Hans-Michael Rehberg, Stefan Kurt, Gustav Peter Wöhler, Ben Becker und Cornelius Obonya. Rehberg vor allem steuert mit seinem Totenwächter Styx, der hier nicht der »Prinz von Arkadien«, sondern von »Nord-Lappalien« ist, einen emotionalen Höhepunkt voller Melancholie bei. Die anderen lassen einfach ihrer puren Spielfreude freien Lauf. Das ist hinreißend komisch bei Stefan Kurts Orpheus, putzig bei Wöhlers Jupiter und von donnernder Bühnenpräsenz bei Beckers Pluto.« (taz vom 19.12.2011)
»Die Stärke der Regie ist, dass sie nicht auf das altherkömmliche Operettenmodell setzt, sondern ihre Lebendigkeit aus Revuevorlagen und Einflüsterungen des Kabaretts saugt. Sorgfalt herrscht, Überlegung, Könnerschaft.« (Berliner Morgenpost vom 19.12.2011)
»Stefan Kurt als Orpheus landet virtuos näselnd einen Witz nach dem anderen. Hans-Michael Rehberg aber als John Styx ist durch sein Spiel auf so anmutige Weise plemplem, dass er durch das Gekicher hindurch zu rühren vermag als einer, der seine Welt verlor und dazu noch Schaden nahm an seiner Seele.« (FAZ vom 19.12.2011)
»Die Berliner Staatsoper hat aus Offenbachs »Orpheus« eine kurzweilige Revue greller Späße gemacht. Die Götter über und unter der Erde vertreiben sich die Zeit mit karnevalistischem Klamauk. Passend dazu das Bühnenbild als Popup-Bilderbuch. Die zusammengeschlagenen riesigen Bilderbuchseiten auf dem Boden und rundherum werden je nach Bedarf mit Seilwinden von den Revuegöttinnen aufgezogen. So öffnet sich die Unterwelt aus wackelndem Pappmaschee und gibt den Blick frei an Tropfsteinsäulen vorbei auf den Totenfluss Styx oder auf ein Varieteambiente in Jupiters Himmel.« (Deutschlandfunk vom 17.12.2011)
»In der Hölle ist der Teufel los in Philipp Stölzls unglaublich komischer Inszenierung in der Schiller-Oper. Das bunte Bühnenbild klappt wie Kinderbücher auf und zu. Die neuen Texte von Thomas Pigor sind der Brüller und die singenden Schauspieler der Hit! Ein herrlicher Spaß, mit viel Gejuchze, grad recht zum Fest!« (B.Z. vom 17.12.2011)
ORPHEUS IN DER UNTERWELT >>
Ausgewählte Pressestimmen zu »Die verkaufte Braut« von Bedřich Smetana
(Premiere: 19. November 2011)
»Balázs Kovalik hat aus 'Die verkaufte Braut' ein anderes Stück gemacht: 'Der misshandelte Vašek'. Der junge Tenor Florian Hoffmann gibt diesem Mobbingopfer singend und spielend alles, was es braucht, um uns aufzustören und zu beschämen. Durch den fotorealistischen Wald werden immer wieder Vitrinen alten Lebens geschoben. Sie enthalten Wunschträume gelingenden Lebens und sind zugleich Glas-Särge individueller Freiheit. Die Pracht der Gewänder muss entschädigen für die Preisgabe biographischer Selbstgestaltung. Das ist zwar kompliziert, aber nicht dumm, wie durch diese Vitrinen Musealität und Aktualität im Musiktheater konfrontiert werden … Leicht und flott saust Dirigent Karl-Heinz Steffens mit der Staatskapelle durch die Partitur, als wäre sie eine Suite slawischer Tänze.« (FAZ)
»Da ist nichts krampfhaft aktualisiert, nichts angestaubt, vieles dagegen ist inspiriert und einfallsreich. Balázs Kovalik macht aus 'Der verkauften Braut' ein fein ironisiertes Bilderbuchidyll, leicht und doch ganz ernst genommen. Absolut sehenswert.« (Inforadio vom RBB)
»Es ist Balázs Kovaliks wunderbare Regie, die das Werk nicht nur vor seiner eingebauten Folklore rettet, sondern ihm mit feiner Personenzeichnung seine menschlich berührende Komik zurück gibt, die sonst unter der ständigen Volkstanzerei leicht untergeht. Das liegt vor allem daran, dass Kovalik die Figur des Vašek die heimliche Hauptrolle spielen lässt. Ein stotternder 'Blödian', so nennt ihn sogar seine Mutter. Das ist er hier nicht, sondern ein vernachlässigtes Kind aus der zweiten Ehe eines grausamen Großbauern, das sich stotternd nach Liebe sehnt, weniger des Unterleibs als der Seele. Der Tenor Florian Hoffmann, der schon in Strawinskys 'Rake's Progress' das Schiller Theater zum Jubeln brachte, singt diesen behinderten Menschen so wundervoll zart, dass er zum emotionalen Schwerpunkt des Stücks wird, das damit eine melancholische Tiefe gewinnt, die sonst kaum zu hören ist.« (taz)
»Balázs Kovalik hat nicht nur den Deutungshorizont für die 'Verkaufte Braut' erweitert - sie bietet auch beste Unterhaltung. Ständig verschiebt sich was, begegnen sich zwei eigentlich unabhängige Szenen, es gibt kurzweilige Spezialeffekte (bis hin zu einer richtigen zersägten Jungfrau). Die beiden Hauptdarsteller ragen heraus: Der mit der Strahlkraft eines Heldentenors ausgestattete Burkhard Fritz als Jeník und Anna Samuil als Mařenka.« (Die Welt)
»Die allesamt fantastischen Sänger und die wirklich schmissig aufspielende Staatskapelle (Leitung Karl-Heinz Steffens) sorgen für einen gelungenen Opernabend.« (B.Z.)
»Sie alle, die da singen, sind mehr oder minder Opfer eines Geschehens, das nur oberflächlich erheiternden Charakter besitzt. 'Die verkaufte Braut' ist im Grunde die unkomischste aller komischen Opern. Das sieht Kovaliks Inszenierung ganz richtig. Das Hauptopfer wird dabei der arme, stotternde, geistig offenbar zurückgebliebene Vašek, den Florian Hoffmann frischstimmig und voller zitternder Unternehmungslust singt. Er macht die Nebenrolle mit ihren immerwährenden seelisch tiefen Verstörungen annähernd zu einer Hauptpartie.Die entzückende Anna Samuil, das Mädchen mit dem Zaubersopran, um das sich alles dreht, spannt manchmal ihre Stimme weit wie einen vokalen Sonnenschirm auf und lässt schon ahnen, wie sie später als reifer dramatischer Sopran klingen wird. Burkhard Fritz an ihrer Seite, der Liebhaber mit den zahlreichen juristischen Tricks, ist ein kerniger Liebhaber.« (Berliner Morgenpost)
DIE VERKAUFTE BRAUT >>
Ausgewählte Pressestimmen zu »Aschenputtel« von Ermanno Wolf-Ferrari
(Premiere der Jungen Staatsoper: 05. November 2011)
»Die Aufführung macht sich nicht künstlich kindlich oder putzig, sondern spricht die Kinder als Erwachsene an. So ist – bei aller Unscheinbarkeit – eine der im Grunde gekonntesten, weil leichthändigsten Aufführungen des Jahres entstanden.« (RBB Kulturradio)
»Was Eva-Maria Weiss und ihr Regieteam aus dem stark gestrafften Stück machen, ist nicht kindisch und doch kindlich, kennt große Ensembleszenen mit Liebesduett und Schlagsahne und viel heiteren Ernst. Das junge Sängerensemble wird zu Recht gefeiert. Märchenhaft.« (Der Tagesspiegel)
»Die Geschichte wird in der flotten Inszenierung von Eva-Maria Weiss stringent erzählt. Vinzenz Weissenburger erweist sich als ein fundierter Leiter einer exzellente Kammermusikformation, angeführt vom 1. Konzertmeister der Staatskapelle, und sorgt für einen musikalisch einwandfreien, großen Genuss. Hochdramatisch sind die staatsoperngerecht besetzten Protagonisten ohne jeden Makel. Die Partie des Prinzen stellt auch in der Kurzfassung an den Tenor hohe Anforderungen, die Paul O’Neill glänzend meistert. In der Titelrolle obsiegt Hanna Herfurtner mit geschmeidigen Lyrismen und dramatischem Pep. Die bulgarische Altistin Barjana Morteewa als Stiefmutter wurde am Premierenabend nicht nur für ihre intensive Gestaltung, sondern auch für ihren 60. Geburtstag gefeiert. Der Applaus war stürmisch. Der Besuch dieser selten zu hörenden, auf Tonträgern nicht existenten Oper ist ein Muss für Freunde der Spätromantik, nicht nur für Berliner.« (Neue Musik Zeitung)
»Ein rührendes Paar sind Paul O´Neill als Prinz und Hanna Herfurtner als Aschenputtel. Von so nah klingen die Opernstimmen doppelt so schön! Große Oper für die Kleinen. Wirklich sehenswert.« (BILD)
Fernsehbeitrag auf TV Berlin:
ASCHENPUTTEL >>
Ausgewählte Pressestimmen zu »Last Desire« von Lucia Ronchetti
(Werkstattpremiere: 05. Oktober 2011)
"Der phänomenale Countertenor von Valer Barna-Sabadus macht den Abend zum Ereignis." (Der Tagesspiegel)
"Die Attraktion der Aufführung besteht aus Valer Barna-Sabadus. Er ist ein Counter farinelli'schem Kalibers; und allein von seinem Aussehen und seiner Ausstrahlung die Sünde selbst! Markus Hollops Bass durchbebte eindrucksvoll die Werkstatt. Yuta Nishiyama zauberte mit seiner Bratsche." (Kultura Extra)
LAST DESIRE >>
Ausgewählte Pressestimmen zu »Aus einem Totenhaus« in der Inszenierung von Patrice Chéreau
(Premiere: 03. Oktober 2011)
"Die beeindruckende »Totenhaus«-Inszenierung von Patrice Chéreau verdient das Attribut »mustergültig«. Das Premierendoppel an der Staatsoper und an der Komischen Oper belegt eindrucksvoll, was Berlins Opernhäuser leisten können. Das hohe Niveau der Inszenierungen fand nicht nur in den jeweils sehr spielstarken Sängerensembles, sondern auch bei den Orchestern eine erfreuliche Entsprechung. Die Staatskapelle bewältigte unter der rhythmisch pulsierenden Leitung von Simon Rattle klangschön die eruptive, leicht zerfallende Tonsprache des späten Janácek." (FAZ)
"Mit welcher Virtuosität Chéreau die "Nummern" im Geschehen verankert, wie er das Lagerleben zeigt, filmisch präzise, unerbittlich, ohne jede Anbiederei, das besitzt eine fast gespenstische Gültigkeit. Als zöge diese Arbeit ein Resümee, ja als begriffe sie sich mit Schauspielern und großem Chor als gesamttheatralisches Vermächtnis. Die Hauptdarstellerin an diesem Abend aber ist die Musik, ist die Staatskapelle Berlin. Simon Rattle liest Janácek mehr von der böhmischen Spätromantik und von Gustav Mahler her. Da pulst und vibriert es im Graben, dass es nur so eine Lust ist." (Der Tagesspiegel)
"Triumph für das »Totenhaus«. Wer diese Inszenierung erlebt hat, wird künftig jede Oper mit anderen Augen sehen. Frankreichs Altmeister zeigte einfach mal grundsätzlich, wie man Sänger auf der Bühne bewegt, jeder Darsteller scheint hier unterschwellig zu brodeln. Den Rest besorgt die Musik mit der Staatskapelle unter der Leitung von Sir Simon Rattle. Grandios!" (B.Z.)
"Simon Rattles Gespür für dieses doch sehr spezielle Komponieren ist schlicht großartig. Er bindet die Musik in ein dramaturgisch souverän gestaffeltes Kontinuum ein, ohne ihr an expressiver Gewalt das Geringste zu nehmen: Die Staatskapelle spielt die glühenden Farben und neuartigen Dissonanzen leidenschaftlich aus. Willard White als Goriantschikow und Eric Stoklossa als jungem, anhänglichem Aleja gelingen scharf umrissene Charaktere. Das gilt nicht weniger für jene Sänger, die nur einmal hervortreten dürfen, um ihre Schuldgeschichten zu erzählen: Stefan Margita weiß als Luka die verschiedenen Personen seiner Erzählung plastisch voneinander abzusetzen; Pavlo Hunka (für den erkrankten Roman Trekel) entwickelt in der langen Erzählung des Schischkow einen gewaltigen Sog." (Berliner Zeitung)
"Besser lässt sich diese Finsternis gequälter, an sich selbst zerbrochener Seelen wohl nicht auf die Bühne bringen, als das Patrice Chéreau getan hat. Diese Inszenierung setzt Maßstäbe, weil sie ganz allein auf Janáceks Kunst der Sprachmelodie setzt. Kein Regiekonzept lenkt davon ab, Sträflinge in einem Betonverließ kommen zu Wort, geführt von Orchestersätzen, die ihre Aufritte inszenieren und ihren monologischen Erzählungen bedrückende Glaubwürdigkeit geben." (taz)
"Simon Rattle geht im Schillertheater sofort aufs Ganze: Mit einem orchestralen Aufschrei beginnt die Janacek-Oper »Aus einem Totenhaus«. Gut eineinhalb Stunden lässt der Stardirigent nicht locker. Janaceks "schwarze Oper" nach Fjodor Dostojewskis Roman führt die geschändeten wie hoffenden Gefangenen in Sibirien vor. Regie-Legende Pierre Chereau hat es voller Mitgefühl in Szene gesetzt. Am Ende gibt es viel Premierenbeifall für die Staatskapelle, die Solisten, den Chor und den Regisseur." (Berliner Morgenpost Frühkritik)
"Wir konstatieren eine Interpretation insonders durch die Staatskapelle Berlin, welche so ohne Weiteres, vermuten wir, von selten einem anderen Orchester übertrumpft sein dürfte - filigran-präzis bishin zum Spinnweben, hart-kantig bis zum körperlichen Schmerz und insgesamt doch vollmundig und warm! Gesanglich profitiert die Aufführung durch exklusives Personal, allen voran zum Beispiel Williard White (Gorjantschikow), Eric Stoklossa (Aleja), Štefan Margita (Luka), John Mark Ainsley (Skuratow), Pavlo Hunka (Schischkow) oder Jiří Sulženko (Platzkommandant). Der Chor der Deutschen Staatsoper Berlin: superb wie eh und je! Ein Staatsereignis." (Kultura extra)
AUS EINEM TOTENHAUS >>
Ausgewählte Pressestimmen zum I. Abonnementkonzert
(19. und 20. September 2011)
„Mozart und Nono erscheinen in diesen Stücken plötzlich als Seelenverwandte: zwischen melancholischem Abgrund und spielerisch-konstruktiver Neugier balancierende schöpferische Geister. Alle drei Stücke, nicht nur Liszts aus Dantes "Göttlicher Komödie" schöpfende Satzfolge von Inferno und Purgatorium, entwerfen Vorstellungen von Qual und Läuterung, jenseitige Bilder der Ewigkeit. Und der Raum, den die Wege dorthin durchmessen, wird nicht nur bei Nono durch die Kombination von Klavier und Tonband zur mitbestimmenden Kategorie, sondern auch bei Liszt, wo am Schluss der letzte der zahlreichen mystischen Chöre dieses Musikfestes ertönte, gleichzeitig der am besten in den Weiten der verschachtelten Philharmonie-Architektur versteckte: Daniel Barenboim hatte die Damen des Staatsopernchores ganz oben links, fast unsichtbar, hinter den letzten Sitzen platziert, und er schaffte es ohne besonders aufwendige Zeichengebung, Gesang und Orchester zu koordinieren.“ (Berliner Zeitung)
„Wenn es einen Dirigenten gibt, von dem man Franz Liszts wüst wuchernde „Sinfonie zu Dantes Divina Commedia“ hören will, dann ist es Barenboim. Packend wie das „Walküre“-Vorspiel lässt er das Inferno brodeln, emphatisch blüht der Liebesgesang von Francesca und Paolo auf, bevor erneut Flammen zwischen den Füßen des Paares emporzüngeln. Im Purgatorio wird das Volk – wie feinsinnig! – mit einer endlosen Fuge gequält. Dann ertönen unsichtbare Engelsstimmen: die Damen des Staatsopernchors, die Barenboim von den höchsten Höhen der Philharmonie in Block G singen lässt. Was für ein Theatereffekt! Was für ein schöner, versöhnlicher Abschluss.“ (Der Tagesspiegel)
„Da läuten die Totenglocken und erklingen verzerrte Stimmen wie aus dem Jenseits. Die Tonbandwelt wirkt wie ein Echo der Konzertwelt. Furchtbare Schmerzen stehen neben schönen Erinnerungen. Tatsächlich, Leiden und Gelassenheit liegen hier nicht weit auseinander. Pollini spielt sensibel zu dem Band, das er vor Jahrzehnten selbst produziert hat.“ (Berliner Morgenpost)
„Maurizio Pollini dialogisiert mit einem Tonband, was er selbst vor über 30 Jahren nach den Skizzen Nonos improvisatorisch aufgenommen hatte. Eine eigenartig zwingliche und warm umschmeichelnde Musik, die da vom Podium mit Pollini's Flügel und den Lautsprechern darunter und daneben in den Saal gesprochen kam... Und sicher eine Sternstunde! Denn wann würde es noch einmal geschehen, dass der Interpret der Uraufführung jenes ihm gewidmete Luigi-Nono-Stück hier in Berlin zur Aufführung geraten lässt.“ (Kultura-Extra)
Zum II. Abonnementkonzert mit Jonas Kaufmann>>
Ausgewählte Pressestimmen zum Gastspiel der Staatskapelle Berlin beim Lucerne Festival
„Bruckners Siebte Sinfonie erhielt in Barenboims Deutung eine Grösse, die nicht eine gewaltsam herbeigeführte Monumentalität anstrebte, sondern eine solche, die sich aus der organischen Entwicklung des sinfonischen Gefüges ergab. Die Ruhe und Unaufgeregtheit, mit der Barenboim vor seinem Orchester stand, übertrug sich in wunderbarer Weise auf seine Musikerinnen und Musiker… Liszts Phantasie entzündete sich, anders als die Bruckners, an literarischen Sujets. Gleich zu Beginn des «Inferno»-Satzes demonstrierte Barenboim, dass er Liszts programmatische Sinfonie in einem anderen Geist interpretieren wollte als jene Bruckners. Schonungslos drängte er die Mitglieder der Staatskapelle Berlin zu wildestem, ja brutalem Spiel an.“ (Neue Zürcher Zeitung)
„Es war ein in jeder Hinsicht universaler Festivalabschluss: Daniel Barenboim wurde als Solist, Dirigent und mit Moderne zum grossen Magier der Nacht… In Franz Liszts Dante-Sinfonie entfesselte eine bis zum hintersten Pult hoch motivierte Musikerschar mit einer Energie ohnegleichen die von Dante inspirierte Höllenvision, wobei der dunkle, warme Klang der Streicher und die mächtig dröhnenden Posaunen (inklusive Basstuba) dazu beitrugen, dass virtuose Brillanz nicht über den Ausdruck triumphierte. Wie dem die idyllische Ruhe des Purgatorios mit sehnsüchtigen Weisen des Horns, der Oboe und des Englischhorns entgegengesetzt wurde, war ganz Marke Staatskapelle.“ (Neue Luzerner Zeitung)
Daniel Barenboim dirigiert die Staatskapelle Berlin, 18.09.2011 | (c) Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL
„Divine lightness at the lakeside. The grandeur of Barenboim's performances is: he makes you aware of how the entire musical tradition lives in every great piece, embracing the future as well as the past… And Barenboim knows better than anyone that serious doesn't have to mean solemn.” (The Daily Telegraph)
„Le pianiste et chef s’attelait au premier acte de La Walkyrie afin de clore en beauté le festival. A ses côtés: la Staatskapelle de Berlin et trois chanteurs d’exception, le ténor Peter Seiffert (Siegmund), la soprano Nina Stemme (Sieglinde) et la basse Kwangchul Youn (Hunding). Daniel Barenboim ménage un espace maximal pour les chanteurs. Il leur offre un fabuleux écrin, d’une souplesse idéale, sans pour autant relâcher la tension. Au lieu de tracer une ligne toute droite, il explore les moindres recoins de la partition. Il élargit l’échelle des dynamiques, osant des pianissimi impalpables comme des fortissimi retentissants. Il modèle la phrase wagnérienne de l’intérieur, imprime des fluctuations de tempo. Ce geste élastique et mobile permet de relancer sans cesse le discours. Rien n’est statique, tout est vivant, afin de rendre les émotions contradictoires des protagonistes. Jusqu’au dernier instant, où Siegmund et sa soeur Sieglinde s’avouent leur amour enflammé (un amour incestueux!), il crée le suspense.“ (Le Temps, Genf)
(Premiere: 15. Januar 2012)
»Wie Sylvia Schwartz mit dem kaum Hörbaren einen Theatersaal füllen kann, dem Leisesten noch Farben und Nuancen abgewinnen kann, das Verschwindende noch verklingen lässt, war ebenso zu Herzen gehend wie sensationell. Die berühmte Stecknadel hätte man fallen hören können, bevor endlich der Jubel losbrach.« (Neues Deutschland)
»Besser kann diese Musik nicht klingen. Dirigent Marc Minkowski setzte mit seinen Leuten neue Maßstäbe: Das Zusammenspiel zwischen Graben und Bühne grenzte an Perfektion, alle Beteiligten atmeten die Einmütigkeit eines Streichquartetts. Virtuoseste Läufe bei atemberaubenden Tempi, Lautstärkewechsel auf engstem Raum, wie sie nur mit Barockinstrumenten möglich sind, dazu eine Spielfreude wie beim Jugendorchester. Beste Sängerin war die Sopranistin Inga Kalna mit ihrer wunderbar beweglichen Piacere-Darbietung. Gefühlvoll und gerade bei Ensembles klug ausbalanciert: Delphine Galou (Alt) als Disinganno und Charles Workman (Tenor) als Tempo. Die Sopranistin Sylvia Schwartz hatte als Hauptfigur Bellezza jede dritte Nummer zu singen. Sie tat es mit viel Gespür für die nachdenklichen Seiten der Figur.« (Die Welt)
»Die Inszenierung lässt Raum für die eigene Phantasie, ist im Grunde ähnlich minimalistisch wie die legendäre Calisto-Aufführung von Herbert Wernicke – die damals beste Aufführung der Barock-Strecke an der Berliner Staatsoper. Und sie ist auch die beste Inszenierung einer Barock-Oper in Berlin seitdem.« (RBB Kulturradio)
»Hier kommt alles zusammen: Musik, Bildhaftigkeit, Orchestersprache, Bühnenaufriss, Gesang und Regie, um aus Händels Oratorium ein durch und durch fesselndes Bühnenerlebnis zu machen. Jürgen Flimms Regie wird am Schiller Theater mit Recht bejubelt.« (Berliner Morgenpost)
»Der Schauplatz von Flimms Inszenierung, ein großes Restaurant im Retroschick, bietet zahlreiche szenische und symbolische Möglichkeiten. Die Stimmung kurz vor Schluss, wenn die Lichter erkaltet, alle Tische abgeräumt sind und die Putzfrau vor den letzten Gästen bereits ihre Arbeit beginnt, ist ein wunderbarer Ausdruck für die Tabula rasa im Leben der 'Schönheit'.« (Berliner Zeitung)
»Magischer Händel an der Staatsoper« (The Epoch Times)
»Jürgen Flimms Inszenierung ist ein wahres Vergnügen, auch dank dem starken Sängerquartett und den großartigen Musiciens du Louvre · Grenoble mit Marc Minkowski.« (B.Z.)
»Ein herrlicher Opernabend.« (BILD)
Applaus, Applaus! (Leserbrief im Tagesspiegel, 22.01.2012)
»Schwankende Engel« vom 17. Januar
Was für ein wunderbarer Händel-Abend in der Staatsoper im Schillertheater: »Il Trionfo del Tempo e del Disinganno«. Eine kluge, interessante, textgenaue Inszenierung, eindrucksvoll gesungen und musiziert, so dass man am nächsten Tag davon noch erfüllt war. Das einzig Ärgerliche war die Kritik von Ulrich Amling, der anscheinend eine andere Inszenierung erlebt hat als ich.
Die kluge Versuchsanordnung von Jürgen Flimms Regie macht aus diesem schweren Allegorienspiel eine interessante und vielfältige Lebensreise. Ein verblüffend moderner Dialog zwischen den vier Hauptfiguren entsteht, so dass man die verschiedenen Positionen, Haltungen, Argumente und Lebenszeiten selber moralinfrei beurteilen und überdenken kann und sogar der Schluss, aus der Sicht des christlichen 17. Jahrhunderts eine mögliche Konsequenz, zumindest nach einer durchzechten Nacht, denkbar ist.
Aber der Rezensent wollte eine andere Inszenierung sehen, die ihn in Schwaben einst beeindruckt hatte. Er ließ sich bei der Berliner Neuinszenierung nicht von den Bildern und Arrangements eines fabelhaften Ensembles inspirieren und scheint den enorm langen und begeisterten Applaus und die Bravi der Zuschauer nicht gehört zu haben.
Norbert Kentrup, Berlin-Wannsee
DER TAGESSPIEGEL >>
IL TRIONFO DEL TEMPO E DEL DISINGANNO >>
Ausgewählte Pressestimmen zu »Orpheus in der Unterwelt« von Jacques Offenbach
(Premiere: 16. Dezember 2011)
»Was im Schillertheater unter Offenbachs Name aufgeführt wird, ist ein Text des Kabarettisten Thomas Pigor, gespielt von Leuten, die zum Besten gehören, was das deutschsprachige Kino und Fernsehen zurzeit zu bieten hat. Hans-Michael Rehberg, Stefan Kurt, Gustav Peter Wöhler, Ben Becker und Cornelius Obonya. Rehberg vor allem steuert mit seinem Totenwächter Styx, der hier nicht der »Prinz von Arkadien«, sondern von »Nord-Lappalien« ist, einen emotionalen Höhepunkt voller Melancholie bei. Die anderen lassen einfach ihrer puren Spielfreude freien Lauf. Das ist hinreißend komisch bei Stefan Kurts Orpheus, putzig bei Wöhlers Jupiter und von donnernder Bühnenpräsenz bei Beckers Pluto.« (taz vom 19.12.2011)
»Die Stärke der Regie ist, dass sie nicht auf das altherkömmliche Operettenmodell setzt, sondern ihre Lebendigkeit aus Revuevorlagen und Einflüsterungen des Kabaretts saugt. Sorgfalt herrscht, Überlegung, Könnerschaft.« (Berliner Morgenpost vom 19.12.2011)
»Stefan Kurt als Orpheus landet virtuos näselnd einen Witz nach dem anderen. Hans-Michael Rehberg aber als John Styx ist durch sein Spiel auf so anmutige Weise plemplem, dass er durch das Gekicher hindurch zu rühren vermag als einer, der seine Welt verlor und dazu noch Schaden nahm an seiner Seele.« (FAZ vom 19.12.2011)
»Die Berliner Staatsoper hat aus Offenbachs »Orpheus« eine kurzweilige Revue greller Späße gemacht. Die Götter über und unter der Erde vertreiben sich die Zeit mit karnevalistischem Klamauk. Passend dazu das Bühnenbild als Popup-Bilderbuch. Die zusammengeschlagenen riesigen Bilderbuchseiten auf dem Boden und rundherum werden je nach Bedarf mit Seilwinden von den Revuegöttinnen aufgezogen. So öffnet sich die Unterwelt aus wackelndem Pappmaschee und gibt den Blick frei an Tropfsteinsäulen vorbei auf den Totenfluss Styx oder auf ein Varieteambiente in Jupiters Himmel.« (Deutschlandfunk vom 17.12.2011)
»In der Hölle ist der Teufel los in Philipp Stölzls unglaublich komischer Inszenierung in der Schiller-Oper. Das bunte Bühnenbild klappt wie Kinderbücher auf und zu. Die neuen Texte von Thomas Pigor sind der Brüller und die singenden Schauspieler der Hit! Ein herrlicher Spaß, mit viel Gejuchze, grad recht zum Fest!« (B.Z. vom 17.12.2011)
ORPHEUS IN DER UNTERWELT >>
Ausgewählte Pressestimmen zu »Die verkaufte Braut« von Bedřich Smetana
(Premiere: 19. November 2011)
»Balázs Kovalik hat aus 'Die verkaufte Braut' ein anderes Stück gemacht: 'Der misshandelte Vašek'. Der junge Tenor Florian Hoffmann gibt diesem Mobbingopfer singend und spielend alles, was es braucht, um uns aufzustören und zu beschämen. Durch den fotorealistischen Wald werden immer wieder Vitrinen alten Lebens geschoben. Sie enthalten Wunschträume gelingenden Lebens und sind zugleich Glas-Särge individueller Freiheit. Die Pracht der Gewänder muss entschädigen für die Preisgabe biographischer Selbstgestaltung. Das ist zwar kompliziert, aber nicht dumm, wie durch diese Vitrinen Musealität und Aktualität im Musiktheater konfrontiert werden … Leicht und flott saust Dirigent Karl-Heinz Steffens mit der Staatskapelle durch die Partitur, als wäre sie eine Suite slawischer Tänze.« (FAZ)
»Da ist nichts krampfhaft aktualisiert, nichts angestaubt, vieles dagegen ist inspiriert und einfallsreich. Balázs Kovalik macht aus 'Der verkauften Braut' ein fein ironisiertes Bilderbuchidyll, leicht und doch ganz ernst genommen. Absolut sehenswert.« (Inforadio vom RBB)
»Es ist Balázs Kovaliks wunderbare Regie, die das Werk nicht nur vor seiner eingebauten Folklore rettet, sondern ihm mit feiner Personenzeichnung seine menschlich berührende Komik zurück gibt, die sonst unter der ständigen Volkstanzerei leicht untergeht. Das liegt vor allem daran, dass Kovalik die Figur des Vašek die heimliche Hauptrolle spielen lässt. Ein stotternder 'Blödian', so nennt ihn sogar seine Mutter. Das ist er hier nicht, sondern ein vernachlässigtes Kind aus der zweiten Ehe eines grausamen Großbauern, das sich stotternd nach Liebe sehnt, weniger des Unterleibs als der Seele. Der Tenor Florian Hoffmann, der schon in Strawinskys 'Rake's Progress' das Schiller Theater zum Jubeln brachte, singt diesen behinderten Menschen so wundervoll zart, dass er zum emotionalen Schwerpunkt des Stücks wird, das damit eine melancholische Tiefe gewinnt, die sonst kaum zu hören ist.« (taz)
»Balázs Kovalik hat nicht nur den Deutungshorizont für die 'Verkaufte Braut' erweitert - sie bietet auch beste Unterhaltung. Ständig verschiebt sich was, begegnen sich zwei eigentlich unabhängige Szenen, es gibt kurzweilige Spezialeffekte (bis hin zu einer richtigen zersägten Jungfrau). Die beiden Hauptdarsteller ragen heraus: Der mit der Strahlkraft eines Heldentenors ausgestattete Burkhard Fritz als Jeník und Anna Samuil als Mařenka.« (Die Welt)
»Die allesamt fantastischen Sänger und die wirklich schmissig aufspielende Staatskapelle (Leitung Karl-Heinz Steffens) sorgen für einen gelungenen Opernabend.« (B.Z.)
»Sie alle, die da singen, sind mehr oder minder Opfer eines Geschehens, das nur oberflächlich erheiternden Charakter besitzt. 'Die verkaufte Braut' ist im Grunde die unkomischste aller komischen Opern. Das sieht Kovaliks Inszenierung ganz richtig. Das Hauptopfer wird dabei der arme, stotternde, geistig offenbar zurückgebliebene Vašek, den Florian Hoffmann frischstimmig und voller zitternder Unternehmungslust singt. Er macht die Nebenrolle mit ihren immerwährenden seelisch tiefen Verstörungen annähernd zu einer Hauptpartie.Die entzückende Anna Samuil, das Mädchen mit dem Zaubersopran, um das sich alles dreht, spannt manchmal ihre Stimme weit wie einen vokalen Sonnenschirm auf und lässt schon ahnen, wie sie später als reifer dramatischer Sopran klingen wird. Burkhard Fritz an ihrer Seite, der Liebhaber mit den zahlreichen juristischen Tricks, ist ein kerniger Liebhaber.« (Berliner Morgenpost)
DIE VERKAUFTE BRAUT >>
Ausgewählte Pressestimmen zu »Aschenputtel« von Ermanno Wolf-Ferrari
(Premiere der Jungen Staatsoper: 05. November 2011)
»Die Aufführung macht sich nicht künstlich kindlich oder putzig, sondern spricht die Kinder als Erwachsene an. So ist – bei aller Unscheinbarkeit – eine der im Grunde gekonntesten, weil leichthändigsten Aufführungen des Jahres entstanden.« (RBB Kulturradio)
»Was Eva-Maria Weiss und ihr Regieteam aus dem stark gestrafften Stück machen, ist nicht kindisch und doch kindlich, kennt große Ensembleszenen mit Liebesduett und Schlagsahne und viel heiteren Ernst. Das junge Sängerensemble wird zu Recht gefeiert. Märchenhaft.« (Der Tagesspiegel)
»Die Geschichte wird in der flotten Inszenierung von Eva-Maria Weiss stringent erzählt. Vinzenz Weissenburger erweist sich als ein fundierter Leiter einer exzellente Kammermusikformation, angeführt vom 1. Konzertmeister der Staatskapelle, und sorgt für einen musikalisch einwandfreien, großen Genuss. Hochdramatisch sind die staatsoperngerecht besetzten Protagonisten ohne jeden Makel. Die Partie des Prinzen stellt auch in der Kurzfassung an den Tenor hohe Anforderungen, die Paul O’Neill glänzend meistert. In der Titelrolle obsiegt Hanna Herfurtner mit geschmeidigen Lyrismen und dramatischem Pep. Die bulgarische Altistin Barjana Morteewa als Stiefmutter wurde am Premierenabend nicht nur für ihre intensive Gestaltung, sondern auch für ihren 60. Geburtstag gefeiert. Der Applaus war stürmisch. Der Besuch dieser selten zu hörenden, auf Tonträgern nicht existenten Oper ist ein Muss für Freunde der Spätromantik, nicht nur für Berliner.« (Neue Musik Zeitung)
»Ein rührendes Paar sind Paul O´Neill als Prinz und Hanna Herfurtner als Aschenputtel. Von so nah klingen die Opernstimmen doppelt so schön! Große Oper für die Kleinen. Wirklich sehenswert.« (BILD)
Fernsehbeitrag auf TV Berlin:
ASCHENPUTTEL >>
Ausgewählte Pressestimmen zu »Last Desire« von Lucia Ronchetti
(Werkstattpremiere: 05. Oktober 2011)
"Der phänomenale Countertenor von Valer Barna-Sabadus macht den Abend zum Ereignis." (Der Tagesspiegel)
"Die Attraktion der Aufführung besteht aus Valer Barna-Sabadus. Er ist ein Counter farinelli'schem Kalibers; und allein von seinem Aussehen und seiner Ausstrahlung die Sünde selbst! Markus Hollops Bass durchbebte eindrucksvoll die Werkstatt. Yuta Nishiyama zauberte mit seiner Bratsche." (Kultura Extra)
LAST DESIRE >>
Ausgewählte Pressestimmen zu »Aus einem Totenhaus« in der Inszenierung von Patrice Chéreau
(Premiere: 03. Oktober 2011)
"Die beeindruckende »Totenhaus«-Inszenierung von Patrice Chéreau verdient das Attribut »mustergültig«. Das Premierendoppel an der Staatsoper und an der Komischen Oper belegt eindrucksvoll, was Berlins Opernhäuser leisten können. Das hohe Niveau der Inszenierungen fand nicht nur in den jeweils sehr spielstarken Sängerensembles, sondern auch bei den Orchestern eine erfreuliche Entsprechung. Die Staatskapelle bewältigte unter der rhythmisch pulsierenden Leitung von Simon Rattle klangschön die eruptive, leicht zerfallende Tonsprache des späten Janácek." (FAZ)
"Mit welcher Virtuosität Chéreau die "Nummern" im Geschehen verankert, wie er das Lagerleben zeigt, filmisch präzise, unerbittlich, ohne jede Anbiederei, das besitzt eine fast gespenstische Gültigkeit. Als zöge diese Arbeit ein Resümee, ja als begriffe sie sich mit Schauspielern und großem Chor als gesamttheatralisches Vermächtnis. Die Hauptdarstellerin an diesem Abend aber ist die Musik, ist die Staatskapelle Berlin. Simon Rattle liest Janácek mehr von der böhmischen Spätromantik und von Gustav Mahler her. Da pulst und vibriert es im Graben, dass es nur so eine Lust ist." (Der Tagesspiegel)
"Triumph für das »Totenhaus«. Wer diese Inszenierung erlebt hat, wird künftig jede Oper mit anderen Augen sehen. Frankreichs Altmeister zeigte einfach mal grundsätzlich, wie man Sänger auf der Bühne bewegt, jeder Darsteller scheint hier unterschwellig zu brodeln. Den Rest besorgt die Musik mit der Staatskapelle unter der Leitung von Sir Simon Rattle. Grandios!" (B.Z.)
"Simon Rattles Gespür für dieses doch sehr spezielle Komponieren ist schlicht großartig. Er bindet die Musik in ein dramaturgisch souverän gestaffeltes Kontinuum ein, ohne ihr an expressiver Gewalt das Geringste zu nehmen: Die Staatskapelle spielt die glühenden Farben und neuartigen Dissonanzen leidenschaftlich aus. Willard White als Goriantschikow und Eric Stoklossa als jungem, anhänglichem Aleja gelingen scharf umrissene Charaktere. Das gilt nicht weniger für jene Sänger, die nur einmal hervortreten dürfen, um ihre Schuldgeschichten zu erzählen: Stefan Margita weiß als Luka die verschiedenen Personen seiner Erzählung plastisch voneinander abzusetzen; Pavlo Hunka (für den erkrankten Roman Trekel) entwickelt in der langen Erzählung des Schischkow einen gewaltigen Sog." (Berliner Zeitung)
"Besser lässt sich diese Finsternis gequälter, an sich selbst zerbrochener Seelen wohl nicht auf die Bühne bringen, als das Patrice Chéreau getan hat. Diese Inszenierung setzt Maßstäbe, weil sie ganz allein auf Janáceks Kunst der Sprachmelodie setzt. Kein Regiekonzept lenkt davon ab, Sträflinge in einem Betonverließ kommen zu Wort, geführt von Orchestersätzen, die ihre Aufritte inszenieren und ihren monologischen Erzählungen bedrückende Glaubwürdigkeit geben." (taz)
"Simon Rattle geht im Schillertheater sofort aufs Ganze: Mit einem orchestralen Aufschrei beginnt die Janacek-Oper »Aus einem Totenhaus«. Gut eineinhalb Stunden lässt der Stardirigent nicht locker. Janaceks "schwarze Oper" nach Fjodor Dostojewskis Roman führt die geschändeten wie hoffenden Gefangenen in Sibirien vor. Regie-Legende Pierre Chereau hat es voller Mitgefühl in Szene gesetzt. Am Ende gibt es viel Premierenbeifall für die Staatskapelle, die Solisten, den Chor und den Regisseur." (Berliner Morgenpost Frühkritik)
"Wir konstatieren eine Interpretation insonders durch die Staatskapelle Berlin, welche so ohne Weiteres, vermuten wir, von selten einem anderen Orchester übertrumpft sein dürfte - filigran-präzis bishin zum Spinnweben, hart-kantig bis zum körperlichen Schmerz und insgesamt doch vollmundig und warm! Gesanglich profitiert die Aufführung durch exklusives Personal, allen voran zum Beispiel Williard White (Gorjantschikow), Eric Stoklossa (Aleja), Štefan Margita (Luka), John Mark Ainsley (Skuratow), Pavlo Hunka (Schischkow) oder Jiří Sulženko (Platzkommandant). Der Chor der Deutschen Staatsoper Berlin: superb wie eh und je! Ein Staatsereignis." (Kultura extra)
AUS EINEM TOTENHAUS >>
Ausgewählte Pressestimmen zum I. Abonnementkonzert
(19. und 20. September 2011)
„Mozart und Nono erscheinen in diesen Stücken plötzlich als Seelenverwandte: zwischen melancholischem Abgrund und spielerisch-konstruktiver Neugier balancierende schöpferische Geister. Alle drei Stücke, nicht nur Liszts aus Dantes "Göttlicher Komödie" schöpfende Satzfolge von Inferno und Purgatorium, entwerfen Vorstellungen von Qual und Läuterung, jenseitige Bilder der Ewigkeit. Und der Raum, den die Wege dorthin durchmessen, wird nicht nur bei Nono durch die Kombination von Klavier und Tonband zur mitbestimmenden Kategorie, sondern auch bei Liszt, wo am Schluss der letzte der zahlreichen mystischen Chöre dieses Musikfestes ertönte, gleichzeitig der am besten in den Weiten der verschachtelten Philharmonie-Architektur versteckte: Daniel Barenboim hatte die Damen des Staatsopernchores ganz oben links, fast unsichtbar, hinter den letzten Sitzen platziert, und er schaffte es ohne besonders aufwendige Zeichengebung, Gesang und Orchester zu koordinieren.“ (Berliner Zeitung)
„Wenn es einen Dirigenten gibt, von dem man Franz Liszts wüst wuchernde „Sinfonie zu Dantes Divina Commedia“ hören will, dann ist es Barenboim. Packend wie das „Walküre“-Vorspiel lässt er das Inferno brodeln, emphatisch blüht der Liebesgesang von Francesca und Paolo auf, bevor erneut Flammen zwischen den Füßen des Paares emporzüngeln. Im Purgatorio wird das Volk – wie feinsinnig! – mit einer endlosen Fuge gequält. Dann ertönen unsichtbare Engelsstimmen: die Damen des Staatsopernchors, die Barenboim von den höchsten Höhen der Philharmonie in Block G singen lässt. Was für ein Theatereffekt! Was für ein schöner, versöhnlicher Abschluss.“ (Der Tagesspiegel)
„Da läuten die Totenglocken und erklingen verzerrte Stimmen wie aus dem Jenseits. Die Tonbandwelt wirkt wie ein Echo der Konzertwelt. Furchtbare Schmerzen stehen neben schönen Erinnerungen. Tatsächlich, Leiden und Gelassenheit liegen hier nicht weit auseinander. Pollini spielt sensibel zu dem Band, das er vor Jahrzehnten selbst produziert hat.“ (Berliner Morgenpost)
„Maurizio Pollini dialogisiert mit einem Tonband, was er selbst vor über 30 Jahren nach den Skizzen Nonos improvisatorisch aufgenommen hatte. Eine eigenartig zwingliche und warm umschmeichelnde Musik, die da vom Podium mit Pollini's Flügel und den Lautsprechern darunter und daneben in den Saal gesprochen kam... Und sicher eine Sternstunde! Denn wann würde es noch einmal geschehen, dass der Interpret der Uraufführung jenes ihm gewidmete Luigi-Nono-Stück hier in Berlin zur Aufführung geraten lässt.“ (Kultura-Extra)
Zum II. Abonnementkonzert mit Jonas Kaufmann>>
Ausgewählte Pressestimmen zum Gastspiel der Staatskapelle Berlin beim Lucerne Festival
„Bruckners Siebte Sinfonie erhielt in Barenboims Deutung eine Grösse, die nicht eine gewaltsam herbeigeführte Monumentalität anstrebte, sondern eine solche, die sich aus der organischen Entwicklung des sinfonischen Gefüges ergab. Die Ruhe und Unaufgeregtheit, mit der Barenboim vor seinem Orchester stand, übertrug sich in wunderbarer Weise auf seine Musikerinnen und Musiker… Liszts Phantasie entzündete sich, anders als die Bruckners, an literarischen Sujets. Gleich zu Beginn des «Inferno»-Satzes demonstrierte Barenboim, dass er Liszts programmatische Sinfonie in einem anderen Geist interpretieren wollte als jene Bruckners. Schonungslos drängte er die Mitglieder der Staatskapelle Berlin zu wildestem, ja brutalem Spiel an.“ (Neue Zürcher Zeitung)
„Es war ein in jeder Hinsicht universaler Festivalabschluss: Daniel Barenboim wurde als Solist, Dirigent und mit Moderne zum grossen Magier der Nacht… In Franz Liszts Dante-Sinfonie entfesselte eine bis zum hintersten Pult hoch motivierte Musikerschar mit einer Energie ohnegleichen die von Dante inspirierte Höllenvision, wobei der dunkle, warme Klang der Streicher und die mächtig dröhnenden Posaunen (inklusive Basstuba) dazu beitrugen, dass virtuose Brillanz nicht über den Ausdruck triumphierte. Wie dem die idyllische Ruhe des Purgatorios mit sehnsüchtigen Weisen des Horns, der Oboe und des Englischhorns entgegengesetzt wurde, war ganz Marke Staatskapelle.“ (Neue Luzerner Zeitung)
Daniel Barenboim dirigiert die Staatskapelle Berlin, 18.09.2011 | (c) Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL „Divine lightness at the lakeside. The grandeur of Barenboim's performances is: he makes you aware of how the entire musical tradition lives in every great piece, embracing the future as well as the past… And Barenboim knows better than anyone that serious doesn't have to mean solemn.” (The Daily Telegraph)
„Le pianiste et chef s’attelait au premier acte de La Walkyrie afin de clore en beauté le festival. A ses côtés: la Staatskapelle de Berlin et trois chanteurs d’exception, le ténor Peter Seiffert (Siegmund), la soprano Nina Stemme (Sieglinde) et la basse Kwangchul Youn (Hunding). Daniel Barenboim ménage un espace maximal pour les chanteurs. Il leur offre un fabuleux écrin, d’une souplesse idéale, sans pour autant relâcher la tension. Au lieu de tracer une ligne toute droite, il explore les moindres recoins de la partition. Il élargit l’échelle des dynamiques, osant des pianissimi impalpables comme des fortissimi retentissants. Il modèle la phrase wagnérienne de l’intérieur, imprime des fluctuations de tempo. Ce geste élastique et mobile permet de relancer sans cesse le discours. Rien n’est statique, tout est vivant, afin de rendre les émotions contradictoires des protagonistes. Jusqu’au dernier instant, où Siegmund et sa soeur Sieglinde s’avouent leur amour enflammé (un amour incestueux!), il crée le suspense.“ (Le Temps, Genf)



