6. AbokonzertStaatskapelle Berlin

Musik aus Österreich und Ungarn: Daniel Barenboim kombiniert Brahms’ letzte Sinfonie, die zu den Höhepunkten des klassisch-romantischen Repertoires zählt, mit Musik von Béla Bartók und György Kurtág. Avanciertes Komponieren und Folkloreeinflüsse kommen ...

Musik aus Österreich und Ungarn: Daniel Barenboim kombiniert Brahms’ letzte Sinfonie, die zu den Höhepunkten des klassisch-romantischen Repertoires zählt, mit Musik von Béla Bartók und György Kurtág. Avanciertes Komponieren und Folkloreeinflüsse kommen hier zusammen und schaffen faszinierende Klangwelten.

In Bartóks zentralem Orchesterwerk Musik für Saiteninstrumente von 1936 fließen klassische Tradition und seine ihm eigene Tonsprache auf faszinierende Weise zusammen. Sein innovatives und ungewöhnlich besetztes Werk für Kammerorchester hat längst Eingang in das Konzertrepertoire gefunden.

Für den ungarischen Komponisten György Kurtág stellt Bartók vielleicht seinen wichtigsten Bezugspunkt für seine musikalische Sprache dar. Einen kompositorischen Wendepunkt in seinem raren aber äußerst ausdrucksstarkem Werk brachten die Kompositionen ab den 1980er Jahren, als er begann, größer dimensionierte Werke mit einer klanglichen Aufspaltung im Raum zu schaffen. Sein op. 27/2 verweist auch noch auf eine weitere wichtige historische Person und ihr Werk: Beethovens Mondscheinsonate.

Brahms vierte und letzte Sinfonie in e-Moll op. 98 stellt den Höhepunkt und zugleich Endpunkt seines sinfonischen Schaffens dar. „Brahms, der Fortschrittliche“, wie ihn Arnold Schönberg nennen sollte, verdichtet in seinem höchst intensiven und expressiven Werk seine musikalische Aussage in seiner motivisch-thematischen Arbeit. Ihre Form der entwickelnden Variation, sollte für das 19. Jahrhundert beispiellos sein und ihr unvermuteter zarter Beginn in den ersten Violinen, ist vielleicht einer der schönsten Anfänge in der Musikgeschichte.


BÉLA BARTÓK
Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta

GYÖRGY KURTÁG
Doppelkonzert für Klavier,
Violoncello und zwei Kammerensembles op. 27/2

JOHANNES BRAHMS
Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98
Konzerteinführung um 19:15 Uhr