ERSTER AKT
Westfalen
Candide wächst in der vermeintlichen Idylle im westfälischen Schloss Thunder-ten-Tronck zusammen mit Cunegonde, deren Bruder Maximilian und der Kammerzofe Paquette auf. Ihr Lehrer Pangloss unterrichtet sie und deklamiert seine Lehre und Lebensphilosophie von der »besten aller Welten«. In der Schulstunde wiederholen die Schüler, was der Lehrer ihnen vorsagt.
Candide und Cunegonde interessieren sich füreinander und entdecken erste erotische Gefühle.
Unerwartet ausbrechender Krieg zerstört das heimische Idyll und zerstreut die fünf in alle Winde.
Im Krieg werden alle getötet. Candide beginnt die Suche nach seiner Geliebten: Die vermeintlich tote Cunegonde in seinen Armen haltend, singt er sein Klagelied.
In Gestalt eines alten Bettlers trifft Candide seinen Lehrer Pangloss wieder. Dieser befindet sich in einem grauenerregend-erbärmlichen Zustand und ist von Krankheit gezeichnet.
Candide resümiert, dass »... in allem Leid auch etwas Gutes ...« liegt und setzt seine Reise mit Pangloss zusammen fort.
Lissabon
Auf der Reise nach Lissabon erleben beide einen Sturm auf See, erleiden Schiffbruch und werden zudem Zeugen des verheerenden Erdbebens.
Zur Verhinderung weiterer Erdbeben werden Candide und Pangloss als Ketzer zu einem Auto-da-fé geführt. Candide überlebt nur mit knapper Not; Pangloss wird getötet.
Paris
In Paris findet Candide seine Geliebte Cunegonde wieder, die sich dort, zusammen mit der Old Lady, als Prostituierte ihren Lebensunterhalt verdient.
Cunegonde reflektiert ihren Zustand und tröstet sich mit einem Loblied auf Luxus, Champagner und Perlen über ihre missliche Lage hinweg.
In einem Duett tauschen sich Candide und Cunegonde über ihr jüngstes Schicksal aus und besingen, dass sie sich wieder gefunden haben.
Aus Eifersucht tötet Candide zwei Freier Cunegondes (den Erzbischof und den Juden) und muss daraufhin mit beiden Frauen fliehen. Sie schiffen sich ein und treten die Reise über den großen Ozean an.
ZWEITER AKT
Neue Welt / Buenos Aires
Die Old Lady und Cunegonde leben mittlerweile beim Gouverneur von Buenos Aires. Während des Tangotanzens berichtet die Old Lady ausführlich aus ihrem langen Leben und betont, dass sie sich überall spielerisch leicht und einfach anpassen kann.
Cunegonde wird die Mätresse des Gouverneurs, der ihr die Ehe verspricht.
Nachhaltig versichern sich die beiden Damen, Cunegonde und die Alte, ihrer Unwiderstehlichkeit und preisen ihre körperlichen Vorzüge und ihre Wirkungskraft auf die Männerwelt.
Neue Welt / Eldorado
Im Dschungel wird Candide Zeuge davon, wie sich zwei Mädchen mit Affen vergnügen. Candide missversteht die Lage: Im Irrglauben, die zwei jungen Frauen retten zu müssen, tötet er die Affen, was jedoch klagende Trauer hervorruft. Erst jetzt versteht Candide, dass die Affen eigentlich die Liebhaber der Frauen waren.
Erneut auf der Flucht gelangt Candide schließlich nach Eldorado, was paradiesisch anmutet. Doch ohne Cunegonde gefunden zu haben, wird Candide der harmonischen Zustände dort schnell überdrüssig und verlässt Eldorado wieder, ausgestattet mit 80 Lasthammeln. Auf der Weiterreise verliert Candide alles. Nur noch zwei Schafe sind sein einziges Hab und Gut.
Neue Welt / Buenos Aires: Drei Jahre später
Drei Jahre später zurück in Buenos Aires: Cunegonde und die Old Lady warten immer noch auf die versprochene Heirat. Allgemeine Langeweile und Unzufriedenheit herrschen. Man ist sich langsam aber sicher überdrüssig.
Neue Welt / Neu-Westfalen
Im Dschungel von Montevideo trifft Candide auf die Totgeglaubten, Maximilian und Paquette. Maximilian ist nun der Anführer der Jesuiten und Paquette eine Nonne, die einer Pilgerprozession folgen. Im Streit ersticht Candide Maximilian.
Danach trifft Candide auf Martin, dem Anti-Pangloss, der das pessimistische Alter Ego seines früheren Lehrers ist. Mit zynischen Bemerkungen macht sich Martin über moralische Werte wie »freien Willen«, »Menschlichkeit« oder »Liebe« lustig und verhöhnt sie als hohle Worte.
Um nach Venedig aufbrechen zu können, kauft Candide von Venderdendur die Santa Rosalia, ein Schiffswrack, mit der er Schiffbruch erleiden muss und wobei Martin ertrinkt.
Venedig
Mit Mühe und Not rettet sich Candide nach Venedig. Unterwegs trifft er auf fünf entthronte Könige und wiederum auf Pangloss.
In Venedig angekommen, tragen alle Masken.
Cunegonde, die Old Lady, Maximilian sowie Paquette haben es gleichermaßen nach Venedig verschlagen. In einer Spielbank treffen alle erneut aufeinander.
Als im wahrsten Sinne des Wortes die Masken fallen, muss Candide den (einzigen) Lebenszweck seiner geliebten Cunegonde, der ausschließlich die Sehnsucht nach Reichtum und Luxus zum Inhalt hat, erkennen.
Desillusioniert bleibt Candide, über das Leben nachsinnend, zurück.
Letztlich wird ein schlichter Bauernhof der neue Lebensort. Keiner ist mehr was er war. Candide möchte Cunegonde heiraten, denn er kommt zu der finalen Einsicht: »Wir müssen unseren Garten bestellen«.