»Dirigent Daniel Barenboim, streng wie ein Höllenfürst, lädt zur Besichtigung von Abgründen der Leidenschaft. Dabei hilft ihm die fürs Orchester grandiose Akustik im Schillertheater. Fast klingt Barenboims Deutung von Alban Bergs unvollendeter zweiter Oper so, als hätte nicht der grelle Provokateur Frank Wedekind den Text dazu geliefert, sondern als hätte der noch grellere und noch provokantere Charles Baudelaire seine ‚Fleurs du mal’ zur Vertonung freigegeben. Die Staatskapelle agiert prägnant und solistisch wie ein Kammerensemble, dröhnt aber auch, tänzelt, lockt, droht, kreischt, betört, täuscht… So wird der staunende Hörer durch fahle Welten voll wunderlicher Erscheinungen geführt.«
(Süddeutsche Zeitung, 3.4.2012)
»Mojca Erdmann leiht der Lulu in Berlin ihre glatte, kühle Pamina-Stimme mit den anbetungswürdig treffsicheren Höhen. Das Sängercasting ist absolut osterfestspielwürdig.«
(FAZ, 2.4.2012)
»Die ‚Lulu’-Welt ist ein wirres Panoptikum, doch so traumhaft wie jetzt in der Berliner Staatsopern-Premiere hat man sie selten gesehen. Andrea Breths Inszenierung begibt sich als konsequente Choreografie der Erinnerung. Barenboim lässt den schneidenden Gestus des Schreckens aus der sensationell virtuosen Staatskapelle so ungehemmt hereinfahren, als entsetze sich die Musik vor dem Stoff, den sie vertont. Ein sensationeller Abend.«
(Rheinische Post, 2.4.2012)
»Wahrscheinlich hat Alban Berg selbst nicht geglaubt, dass irgendeine Sängerin alles singen kann, was er in die Rolle seiner Lulu hineingeschrieben hat. Er kannte Mojca Erdmann nicht. Sie kann das alles nicht nur irgendwie über die Rampe bringen, sie kann es singen. Mit vollkommen beherrschter, klarer Stimme selbst in jenen Höhen, die eigentlich nicht mehr singbar sind, und passt ihr Timbre mühelos allen Gattungen an, mit denen Berg herumgespielt hat, als der dieses seltsame Stück schrieb… Statt erneut einzutauchen in den schwülen Sexualdunst der (literarischen) Vorlage, hat Andrea Breth das Stück einer close lecture unterzogen… Das ist keine Sekunde langweilig. Das liegt vor allem daran, dass Breths Methode auch Alban Berg von der erdrückenden Last einer angeblich bedeutsamen Männerfantasie befreit hat. Ebenso frei kann Daniel Barenboim nun mit seiner Staatskapelle den unglaublich weiten Horizont dieser Musik öffnen… In Berlin ist die ‚Lulu’ ein Abenteuer des Verstandes geworden, nicht des Gefühls.«
(taz, 3.4.2012)
»Andrea Breths Inszenierung gehört zum Intensivsten, was zur Zeit auf Berliner Opernbühnen zu sehen ist… Im Orchester herrschen Reichtum und Differenz. Die ingeniöse Konstruktion dieser Musik verbergen Daniel Barenboim und die Staatskapelle hinter einer grandios auf ihren gestischen Ausdruck gebrachten und harmonisch lustvoll ausgehörten Interpretation.«
(Frankfurter Rundschau/ Berliner Zeitung, 2.4.2012)
»Ein Meilenstein in Andrea Breths Karriere.«
(Nürnberger Nachrichten, 3.4.2012)
»Das Wunder in Breths Inszenierung ist, wie sie zwischen all diesen Abgründen das Menschsein und Menschbleiben sucht. Das Wunder im Orchestergraben ist, das Barenboim und die Staatskapelle Seelisches nach außen wenden und dabei so treffsicher in der Differenzierung, so hellwach, feurig, durchdrungen im kammermusikalischen Miteinander sind, dass am Ende nur ein begeistertes Staunen ist.«
(Märkische Allgemeine Zeitung, 2.4.2012)