Lezioni di tenebraLucia Ronchetti

Kammeroper nach »Giasone« von Francesco Cavalli

Francesco Cavalli schuf 1649 im Auftrag des Teatro di San Cassiano in Venedig mit ›Giasone‹ eine der erfolgreichsten Opern des 17. Jahrhunderts. Das Libretto verfasste Giacinto Andrea Cicognini (1606-1651) und basiert auf dem der griechischen Antike ...

Francesco Cavalli schuf 1649 im Auftrag des Teatro di San Cassiano in Venedig mit ›Giasone‹ eine der erfolgreichsten Opern des 17. Jahrhunderts. Das Libretto verfasste Giacinto Andrea Cicognini (1606-1651) und basiert auf dem der griechischen Antike entstammenden Mythos von Jason und Medea.

Die 1963 geborene italienische Komponistin Lucia Ronchetti hat Cavallis ›Giasone‹ »überschrieben« und bezeichnete die hieraus entstandene und 2010 uraufgeführte Kammeroper ›Lezioni di Tenebra‹ als »Riduzione«. So werden alle Personen des Originals von lediglich zwei Solisten in wechselnden Rollen und einem vierköpfigen Ensemble verkörpert. Auch das Instrumentarium wurde angepasst. Eine Besonderheit des Werkes liegt hierbei in der Erweiterung des vokalen und instrumentalen Klangspektrums. Inhaltlich werden die zentralen Themen des Librettos wie Liebe, Eifersucht und Schmerz aus dem Handlungszusammenhang herausgelöst und in neuen szenischen Räumen und Konstellationen verhandelt.

›Lektionen der Finsternis‹, wie der Titel im deutschen Original lautet, bietet eine sowohl bewusste als auch originelle Auseinandersetzung mit der italienischen Operngeschichte und besticht durch die eindrucksvolle Verbindung barocker Formen und Stilelemente mit denen der zeitgenössischen Moderne.


1:10 h | keine Pause
VORWORT
Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
  • Pressestimmen

    »Ein geistreiches Spiel mit historischen Formen, so ergreifend wie bizarr.« (Berliner Zeitung, 1. Februar 2014)

    »Regisseurin Reyna Bruns hat mit sparsamsten szenischen Mitteln einen intensiv-unmittelbaren und höchst musikalischen Bühnenausdruck für die Gefühls-Exaltationen des Stücks gefunden. Nicht zuletzt dank der geschmeidig wie Tänzer agierenden Darsteller entfaltet der Abend eine geradezu antikische Wucht.« (Deutschlandfunk, 31.1.2014)

    »Umwerfende Spannbreite und Wandelbarkeit, die die Sopranistin Olivia Stahn und der Countertenor Daniel Gloger stimmlich wie darstellerisch an den Tag legen. Beide haben drei Rollen unterschiedlichen Geschlechts zu verkörpern, die sie zuweilen gegeneinander in den Dialog oder gar Streit führen – und dies mit geradezu beängstigender Glaubwürdigkeit«. (Der Tagesspiegel, 2.2.2014)

    »Ein organisch stimmiges, eindrückliches Klangerlebnis, das ins Ohr geht und das in einer auch szenisch faszinierenden, stimmigen Umsetzung im Gedächtnis bleibt – ein großer Abend.« (Neue Musik Zeitung, 31.1.2014)

    »Der Dirigent Max Renne hält alles sicher zusammen und sorgt für eine unangestrengte, souveräne Aufführung, hervorragend einstudiert und hoch professionell. Herausheben muss man indes den Countertenor Daniel Gloger. Er leistet Beeindruckendes: wechselt zwischen Sprechen, hohem und tiefem Singen und ist dabei permanent und mit vollem Körpereinsatz in die Inszenierung eingebunden.« (RBB Kulturrradio, 31.1.2014)