Nein zu Pegida

 

Kunst, Musik und Oper sind international: Menschen aus 59 Nationen arbeiten an der Staatsoper im Schiller Theater, um für Besucher aus aller Welt Oper und Musiktheater Abend für Abend erlebbar zu machen. Gerade die Kunst der Oper ist seit ihrer Entstehung die friedliche Auseinandersetzung sich gegenseitig befruchtender unterschiedlicher Kulturen. Ein Salzburger Katholik schreibt mit einem Italiener jüdischer Herkunft eine Oper über einen spanischen Agnostiker und daraus entsteht eines der größten Meisterwerke der abendländischen Kultur: Don Giovanni. Von all denen, die dieser Form kulturellen und menschlichen Miteinanders ein engstirniges und ängstliches Weltbild entgegenstellen wollen, distanzieren wir uns in aller Deutlichkeit. Wir sagen NEIN zu Pegida und unterstützen die folgende Erklärung der Dresdner Intendantenrunde.      

Für ein weltoffenes Land

Mit großer Sorge blicken wir auf die Demonstrationen, die seit einigen Wochen regelmäßig in Deutschland stattfinden. Tausende Menschen protestieren dort gegen die "Islamisierung des Abendlandes", warnen vor "Überfremdung" und "Wirtschaftsflüchtlingen". Nicht nur bedienen sich die Demonstranten dabei der Parolen und Symbole der Friedlichen Revolution, sie entwerfen auch ein Bedrohungsszenario, das mit der deutschen Realität nicht das Geringste zu tun hat.

Wir halten die Ansichten, die auf diesen Demonstrationen zum Ausdruck kommen, für falsch. Sie leisten menschenverachtenden Ideologien Vorschub, und missbrauchen die diffusen Ängste vieler Menschen. Vor allem richten sie sich gegen die Schwächsten und Hilfsbedürftigsten.

Wir wünschen uns eine weltoffene Gesellschaft, die nicht die Augen verschließt vor dem Elend und der Not von Asylsuchenden, eine Gesellschaft, die sich gründet auf Toleranz, Solidarität und Freiheit.

Wir rufen dazu auf, sich von den Angstmachern und Lügnern nicht blenden zu lassen. Wir rufen dazu auf, sich einzusetzen für eine wehrhafte Demokratie und ein fremdenfreundliches Land, das nicht nur Touristen aus aller Welt willkommen heißt, sondern auch diejenigen, die unsere Hilfe brauchen.

Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger für den guten Ruf unseres Landes einzustehen.