Maestro Daniel Barenboim hat vor über 20 Jahren die Orchesterakademie bei der Staatskapelle Berlin gegründet, um deren einmaligen Klang an die nächste Generation weiterzugeben. Die Orchesterakademie bereitet junge MusikerInnen nach ihrem Studium praxisorientiert auf den Beruf des Orchestermusikers vor. Das zweijährige Studienprogramm umfasst eine intensive Betreuung durch MentorInnen, Einzel- und Kammermusikunterricht sowie regelmäßiges Probespiel- und Mentaltraining. Die 29 jungen MusikerInnen werden während des Studienprogramms in das Orchesterleben integriert und haben somit nicht nur die Chance, gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin das breite Repertoire einzustudieren, sondern auch bei zahlreichen Opern-, Ballett- und Konzertvorstellungen unter namhaften DirigentInnen aufzutreten.

Die Freunde und Förderer haben sich zum Ziel gesetzt, die jungen MusikerInnen auf Ihrem Weg ideell und finanziell zu unterstützen. Auch Sie können durch Ihre Spende diese zentrale Säule der Nachwuchsarbeit der Staatskapelle Berlin mit gestalten!
 

Mehr Informationen über die Anfänge, Entwicklung und Erfolge der Akademie finden Sie in der

Jubiläumspublikation »20 Jahre Orchesterakademie«.

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Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

F R E U N D E   U N D   F Ö R D E R E R   D E R
S T A A T S O P E R   U N T E R   D E N   L I N D E N   E. V.
Unter den Linden 7   10117 Berlin
T +49 (0)30 203 54 700   F +49 (0)30 203 54 701
freunde@staatsoper-berlin.de
www.staatsoper-berlin.de/freunde

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I’D NEVER HAVE
IMAGINED THAT 50+ STRING PLAYERS PLAYING IN UNISON COULD
BE SO SHOCKINGLY QUIET. THERE WAS ALMOST
NO SOUND AT ALL BUT THE MELODY SEEMED
TO EMERGE MAGICALLY
FROM THE ETHER.
I REMEMBER BEING SHOCKED AND
LOOKING AROUND AND REALIZING IT WAS
JUST NORMAL FOR THE STAATSKAPELLE.
«

Dashiel Nesbitt
Viola, Akademist 2014–2016

»
DIE AKADEMIE IST
EINE GROSSE HERAUSFORDERUNG UND GLEICHZEITIG
ERFRISCHEND FÜR DIE STAATSKAPELLE.
UNSER GEFÜHL DER
VERANTWORTUNG
IN BEZUG AUF
KÜNSTLERISCHE
ANSPRÜCHE IST STÄNDIG PRÄSENT, ABER
EBENSO WOLLEN WIR
ALS VORBILD
FÜR ORCHESTERGEIST
UND KOLLEGIALE ATMOSPHÄRE FUNGIEREN.
«

Susanne Schergaut
Violine, Staatskapelle Berlin

 

EIN GESPRÄCH MIT ZWEI MENTOREN UND ZWEI AKADEMISTINNEN

Krzysztof, noch vor sieben Jahren warst du selbst Akademist, jetzt bist du seit fünf Jahren festes Mitglied in der Staatskapelle und zum ersten Mal Mentor. Wie kam es dazu?

KRZYSZTOF SPECJAL Eigentlich habe ich das spontan beim Probespiel entschieden: Ich habe Magdalena gehört und dachte, das kann passen, ich wollte es einfach ausprobieren. Nach eineinhalb Jahren kann ich sagen, dass es eine super Idee war – zumindest für mich … (lacht)


MAGDALENA HEINZ Für mich aber auch! Es war ein phantastisches Gefühl, das Probespiel gewonnen zu haben; als Krzysztof auf mich zugekommen ist, war ich noch über­raschter, weil er mich auf Polnisch angesprochen hat. Im Unterricht sprechen wir auch oft Polnisch, das ist Luxus, es gibt keine sprachliche Barriere.

KRZYSZTOF SPECJAL
Stimmt, es ist toll, in seiner Muttersprache miteinander sprechen zu können. Manchmal drücke ich mich musikalisch aber auch gerne auf Deutsch aus, weil ich ja hier ausgebildet wurde. Im Unterricht wech­seln wir oft zwischen Deutsch und Polnisch.



Wie bist du an die neue Aufgabe als Mentor her­angegangen?

KRZYSZTOF SPECJAL
Ich habe versucht, viel von meinem Mentor zu übernehmen. Das war damals mein heu­tiger Kollege Mathis Fischer, der sehr viel Erfahrung mit der Ausbildung der Akademisten hat. Die Art der Vorbereitung, gerade mit Leuten, die noch nicht so viel Erfahrung haben – diese spezielle Herangehensweise habe ich von ihm gelernt. Und so bin ich mit Magdalena auch an die Sache herangegangen.

MAGDALENA HEINZ
Ja, ich hatte nie vorher Oper gespielt, so dass mir diese Vorbereitung mit Krzysztof viel Sicherheit gegeben hat.

KRZYSZTOF SPECJAL
Zu Beginn sind wir vor allem das Repertoire durchgegangen; jetzt arbeiten wir sehr inten­siv an dem Probespielprogramm, damit es nach der Akademie weitergeht.

Was war denn dein erster Dienst in der Staatska­pelle, Magdalena?

MAGDALENA HEINZ
Meine erste Oper war »Tosca«, das war für mich komplett neu. Man muss sehr fokussiert zuhören, darauf achten, was der Dirigent und was die Sänger machen. Das ist eine große Herausforderung.

… und deiner, Isabelle?

ISABELLE MÜLLER
Mein erster Dienst war das Brahms-Requiem mit Daniel Barenboim – die Klanggewalt des Orchesters und des Chors hat mich einfach nur umge­hauen. Darüber hinaus dann noch in der frisch renovierten Oper zu spielen war schon ein absolutes Highlight. Mein zweiter Dienst war das Ballett »Giselle« mit einer Probe vormittags und dann abends direkt die Vorstellung – da war ich schon sehr nervös, weil nur eine Harfe besetzt ist. Aber je aufgeregter ich vorher bin, desto besser läuft es oft, weil ich dann auf einem anderen Konzentrationslevel bin.

Stephen, zu entscheiden, wann der Akademist so einen Dienst alleine bewältigen kann, ist bestimmt auch nicht leicht, oder?

STEPHEN FITZPATRICK
Ja, das hat etwas mit Ver­trauen und Verantwortung zu tun. Manchmal ist das aufre­gender als selbst zu spielen. Aber es nützt nichts, als Harfe muss man solistisch spielen. Daher ist es besser, die Akade­misten auch schon in der Probe diese Erfahrung machen zu lassen und nicht daneben zu sitzen.

Isabelle, als Harfenistin hast du gleich zwei Men­toren, du arbeitest mit Stephen und dessen Kolle­gin Alexandra Clemenz. Wie genau sieht eure Zusammenarbeit aus?


ISABELLE MÜLLER Teilweise erarbeite ich die Stücke mit beiden, teilweise nur mit einem von beiden. Grund­sätzlich ist es sehr bereichernd, von beiden zu lernen; jeder hat seine eigene Art zu spielen. Besonders profitiere ich aber auch, wenn ich im Orchester neben den beiden sitze und höre, wie sie spielen. Dadurch lerne ich die Art, im Orchester zu reagieren, flexibel zu sein und bekomme immer wieder neue klangliche und musikalische Ideen.

Wie ist es für dich, Stephen, mit den jungen Mu­sikern zusammenzuarbeiten?


STEPHEN FITZPATRICK Ich finde es sehr schön, dass alle Akademisten so unterschiedlich sind und ich mit ihnen individuell arbeiten kann. Auch, wenn es nachher darum geht, Stellen zu bekommen.

Was ja gerade für Harfen schwierig ist, da die Zahl an Orchesterpositionen so begrenzt ist.


STEPHEN FITZPATRICK Klar, für uns ist das sehr schwierig, aber unsere ehemaligen Akademisten sind gut im Geschäft. Mit den Erfahrungen, die sie aus der Akademiezeit mitnehmen, haben sie gute Chancen!

Magdalena, deine Zeit in der Akademie endet im Sommer. Wo würdest du in Zukunft gerne spielen?


MAGDALENA HEINZ Sehr gerne würde ich eine Stelle in einem Orchester wie der Staatskapelle bekommen, um weiterhin beides zu spielen, Opern und Konzerte. Beides ist so unterschiedlich: Eine Oper dauert manchmal furchtbar lange (lacht) und die Musik ist ein Bestandteil von vielen – Bühne, Sänger, Schauspiel, Choreographie, Kostüme – da passiert so viel auf der Bühne und wir Musiker spielen im Orchestergraben. Dadurch schaffen wir ein Ganzes. Bei Sinfoniekonzerten hingegen steht die Musik im Mittelpunkt, das ist auch toll! Wenn ich weiterhin beides machen könnte, und dann noch auf diesem Niveau, das wäre phantastisch!



Auf welche bevorstehenden Programme freut ihr euch am meisten?


MAGDALENA HEINZ Mein nächstes Highlight ist auf jeden Fall das Gastspiel in Argentinien, noch dazu mit »Tristan und Isolde«, darauf freue ich mich besonders!

ISABELLE MÜLLER Ich freue mich vor allem auf das Prokofjew-Ballett »Romeo und Julia« und natürlich auf das Gastspiel nach Wien. Was ich aber auch sehr spannend finde, ist die nächste kammermusikalische Zusammenarbeit mit der Sängerin Sarah Aristidou aus dem Opernstudio und das Jubiläumskonzert mit Daniel Barenboim.

Und wie geht es euch nach euren fünf bzw. 20 Dienstjahren? Wird es da manchmal langweilig?


KRZYSZTOF SPECJAL Auch nach fünf Jahren wird es nie langweilig. Man fühlt sich im Repertoire zwar langsam wie Zuhause, aber es gibt immer wieder neue Erfahrungen!

STEPHEN FITZPATRICK Und nach 20 Jahren wird man auch immer wieder überrascht, jetzt z. B. mit Debussys »Le Martyre de Saint Sébastien«, das ich vorher noch nie gespielt hatte.

MAGDALENA HEINZ Auch wenn ich da noch nicht mitreden kann, glaube ich auch, dass es in der Musik keine Routine gibt. Jede Aufführung, jedes Konzert ist einmalig. Wenn ich ein Stück zum ersten Mal spiele, bin ich aufgeregt oder vielleicht auch angespannt. Jede Wiederholung bringt mir das Stück näher, aber es wird nie langweilig, man lernt es nur immer besser kennen und findet immer wieder neue musikalische Gedanken. Musik ist einfach lebendig!

Ich glaube, da können wir alle zustimmen! Vielen Dank für eure Zeit und eure Antworten!

Das Gespräch führte Katharina Wichate.

20 Jahre Orchesterakademie, 268 Absolventinnen und Absolventen, davon 189 mit Festanstellung in Orchestern weltweit, davon 30 in der Staatskapelle Berlin – Zahlen, die für sich sprechen. Das Ausbildungsformat der Orchesterakademie hat bisher dazu beigetragen, dass für viele junge Musikerinnen und Musiker der Traum einer Festanstellung im Orchester in Erfüllung gegangen ist.

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