Uraufführung

»MELANCHOLIE DES WIDERSTANDS«

Am 30. Juni 2024 feiert das Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden MELANCHOLIE DES WIDERSTANDS seine Uraufführung, inszeniert von David Marton als filmische Oper mit Live-Aufnahmen und Projektionen, in enger Zusammenarbeit mit dem Videokünstler Chris Kondek. Die Musik komponierte Marc-André Dalbavie, das Libretto erarbeitete der Lyriker Guillaume Métayer gemeinsam mit dem Regisseur David Marton nach dem gleichnamigen, aus den späten 1980er Jahren stammenden Roman des ungarischen Schriftstellers László Krasznahorkai. Die Dirigentin Marie Jacquot gibt mit dieser Produktion am Pult der Staatskapelle Berlin ihr Hausdebüt. Das Bühnenbild gestaltete Amber Vandenhoeck, die Kostüme entwarf Pola Kardum und für das Licht zeichnet Miriam Damm verantwortlich.

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Gemeinsam mit ihrem Partner BMW lädt die Staatsoper Unter den Linden am 12. Juli zur 18. Ausgabe von STAATSOPER FÜR ALLE mit der Übertragung von MELANCHOLIE DES WIDERSTANDS auf den Bebelplatz als letzte Vorstellung der Neuproduktion in dieser Spielzeit. Neben der Opernübertragung spielt die Staatskapelle Berlin am 13. Juli Richard Straussʼ »Eine Alpensinfonie« als Open-Air-Konzert, dirigiert von ihrem designierten Generalmusikdirektor Christian Thielemann. Der Eintritt für STAATSOPER FÜR ALLE ist wie immer gratis.

Als Parabel auf die gegenwärtige Gesellschaft beobachtet MELANCHOLIE DES WIDERSTANDS eine nicht lokalisierbare Kleinstadt und ihre bizarren Bewohner:innen, über die sich ein bedrohlich-diffuses Gefühl legt – mit der Ankunft einer mysteriösen Schaustellertruppe, deren Hauptattraktion ein ausgestopfter Wal und ein winziger Herzog ist, scheint die Welt endgültig aus den Fugen. David Marton: »Wir suchen in dieser peripherischen Stadt voller in sich geschlossener Gedankengänge nach Licht, nach Hoffnung und finden sie höchstens in den Augen der Menschen.«

In diesem Live-Kunstwerk treffen Techniken von Musiktheater und Kino zusammen: Mit dem Mittel Film intendieren David Marton und Chris Kondek, die eindrucksvollen, detailreichen und reflektierten literarischen Beschreibungen der Figuren und ihrer Lebensräume in ihrer Kleinteiligkeit auf die große Opernbühne zu bringen. Für ein unmittelbares Klangerlebnis kommt auch das seit der Sanierung der Staatsoper installierte 3D-Soundsystem zum Einsatz, neben den live erzeugten Klängen der Sing- und Sprechstimmen sowie des Orchesters.

Die Romanadaption konzentriert sich auf vier Protagonisten: Tanja Ariane Baumgartner und Matthias Klink singen das getrenntlebende Ehepaar Angèle und Georges Esther, Sandrine Piau übernimmt die Partie der Rosi Pflaum und der Countertenor Philippe Jaroussky (der sein Hausdebüt gibt) ist als deren Sohn Valouchka in einer besonders interessanten, eigens für ihn komponierten Partie zu erleben. Die weiteren Figuren der kleinstädtischen Nachbarschaft singen und spielen Roman Trekel, Christian Oldenburg, David Oštrek, Rory Green, Viktor Rud, Ulf Dirk Mädler, Jan Martiník, Sébastien Dutrieux, Anna Kissjudit, Taehan Kim, Adam Kutny, Florian Hoffmann sowie Julian Mehne, der ebenfalls an der Staatsoper debütiert.

Eine Werkeinführung findet jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Apollosaal statt.

Bei der Einführungsmatinee am 23. Juni 2024 um 11.00 Uhr im Apollosaal geben Dramaturgie und Beteiligte der Produktion, u. a. auch Regisseur David Marton, Einblicke in die Neuinszenierung. Die Veranstaltungsseite finden sie hier.