Linden21

Am 24. Mai feiert Thom Luzʼ neueste Stückentwicklung »Werckmeister Harmonien« im Rahmen des Formats LINDEN 21 um 22 Uhr im Apollosaal seine Uraufführung. Gemeinsam mit dem Musiker und Arrangeur Mathias Weibel hat der Schweizer Theaterkünstler Luz in den letzten Jahren eine Theatersprache entwickelt, die Stille, Bewegung, Text und Musik zu dichten, atmosphärischen Raumpartituren verbindet. Nun erarbeiten sie erstmals eine Produktion für die Staatsoper.
am 24., 25., 26., 27., 28. und 29. Mai Apollosaal

TERMINE & TICKETS

»‘Werckmeister Harmonien‘ ist eine Musiktheaterkreation über den Beruf des Klavierstimmers. Klavierstimmung ist theoretisch ganz einfach: Ich stimme ein Klavier, damit es richtig klingt. Dahinter stehen aber ganz tiefe Fragen: Was ist richtig und für wen? Was ist eine Ordnung, die für alle funktioniert? Was ist ein Grundton, auf den sich alle einigen können? Was ist damit möglich? Wo muss ich meine Frequenz verschieben, dass andere auch noch Platz haben im Spektrum. Man denkt immer, ein Klavier zu stimmen sollte in einer Viertelstunde möglich sein, aber es ist ein philosophischer Vorgang, weil man Unvereinbares miteinander vereinen muss«, so Thom Luz.
Hier erzählt er, welche Schönheit man in den kleinen Reibungen und Dissonanzen beim Stimmen eines Klaviers finden kann und wie sich das auf das Leben übertragen lässt:

ZUM VIDEO

ZUM BLOGBEITRAG

Die Musiktheaterperformance thematisiert das menschliche Streben nach Ordnungssystemen und Perfektion. Dabei werden die heute nicht weniger aktuellen Fragen aufgeworfen, was richtig und was falsch ist und wie wir uns auf einen gemeinsamen Grundton einigen. Sie setzt sich mit der urmenschlichen Sehnsucht auseinander, eine Ordnung im Chaos der Schöpfung zu entdecken, und dem Scheitern beim Versuch, diese Ordnung dann in der tatsächlichen Gegenwart aufrecht zu erhalten. Unter Verwendung eines ganzen Klavierparks wird die Wechselbeziehung zwischen Stimmung und Musik anhand von Kompositionen von Schütz, Werckmeister, Bach, Purcell und Mark James sowie Charles Ives’ »Quarter Tone Pieces« hörbar gemacht.