Das Rheingold

Vorabend zum Bühnenfestspiel

DER RING DES NIBELUNGEN (1869)

Text und Musik von

Richard Wagner

Eine faszinierende Welt von Göttern, Riesen, Zwergen und Naturwesen ist es, die uns in Wagners »Ring des Nibelungen« begegnet. Das Gold auf dem Grunde des Rheins, vom Nibelung Alberich geraubt und fluchbeladen zum Ring geschmiedet, verleiht schier unbegrenzte Macht, bringt jedoch auch Leid und Tod. Ein mit Fantasy-Elementen angereicherter Mythos ersteht, ein Panorama der großen Themen.

Als Richard Wagner Ende der 1840er Jahre damit begann, ein Musikdrama mit dem Titel »Siegfrieds Tod« zu entwerfen, ahnte er nicht, dass diese Arbeit zu einem vierteiligen »Bühnenfestspiel« anwachsen würde. Als »Vorabend« zu diesem monumentalen Opus entstand »Das Rheingold«, zuletzt gedichtet, aber zuerst komponiert – die ideenreiche Exposition der von zahlreichen Quellen inspirierten und doch weitgehend frei erfundenen Handlung, die zahlreiche Protagonisten und ihre Verbindungen untereinander vorstellt. So konsequent wie nie zuvor und nie danach bringt Wagner hier die von ihm entwickelte »Leitmotivtechnik« zur Anwendung, eingekleidet in kühne Klänge und Klangfarben, die Wagners 1854 vollendete »Rheingold«-Partitur zu einem wegweisenden Werk der Musikgeschichte gemacht haben. Als durchgängige Einheit in vier Szenen an unterschiedlichen Orten gegliedert, wird der Zuhörer und Zuschauer unwillkürlich in den Sog des Geschehens gezogen – einschließlich eines »Cliffhangers«, der Neugier auf das Kommende weckt.


 

Termine

Ring-Zyklus II Zum letzten Mal in dieser Spielzeit
Die Ring-Vorstellungen sind nur als ganzer Zyklus buchbar. Zum Package-Kauf im Webshop für den Zyklus 2
Dauer: ca. 2:40 h keine Pause
Sprache: In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Vorwort 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn, Referent: Detlef Giese

Besetzung

Medien

Handlung

ERSTES BILD
Auf dem Grunde des Rheins. die drei Rheintöchter bewachen den in der Tiefe lagernden Goldschatz, der maßlose Macht demjenigen verleiht, der aus ihm einen Ring schmiedet. Der Nibelung Alberich nähert sich den Rheintöchtern und versucht, eine von ihnen zum Liebesspiel zu gewinnen. Zum Schein gehen sie zunächst auf sein Werben ein, um sich dann – eine nach der anderen – ihm schließlich doch zu entziehen. Geneckt und gekränkt von den Rheintöchtern gerät Alberich in Wut.
Von den Strahlen der aufgehenden Sonne erhellt, beginnt das Rheingold zu glänzen. Die Rheintöchter erzählen Alberich, was es mit dem Schatz auf sich hat: Nur der vermag den Ring aus dem Gold zu schaffen, der die Liebe verflucht – das aber sei im Falle Alberichs nicht vorstellbar. Der Nibelung jedoch schwört der Liebe ab, reißt das Gold an sich und verschwindet mit ihm in die untersten Tiefen. Die ihm nachjagenden Rheintöchter können ihn nicht mehr erreichen.

ZWEITES BILD
Freie Gegend auf Bergeshöhen, am Rhein gelegen. Im Licht des anbrechenden Tags wird die für die Götter erbaute Burg Walhall sichtbar. Fricka weckt ihren noch schlafenden Gatten Wotan auf, der vom Anblick Walhalls überwältigt ist. Die Göttin aber ist beunruhigt über den Preis, der mit den Erbauern der Burg, den Riesen Fasolt und Fafner, ausgehandelt worden ist: Als Lohn für ihre Arbeit wurde ihnen Freia, die Göttin der Jugend, versprochen. Freia erscheint, von den Riesen verfolgt, um Schutz bei ihren Brüdern Donner und Froh zu suchen. Fasolt fordert Wotan auf, die getroffene Vereinbarung einzuhalten und Freia herauszugeben. Als dieser sich jedoch weigert, drohen die Riesen, Freia gewaltsam an sich zu nehmen und die Götter damit dem Verfall preiszugeben, da nur die von Freia gepflegten goldenen Äpfel ihnen die ewige Jugend sichern. 
Wotan setzt seine Hoffnungen auf Loge, um mit dessen Hilfe eine Lösung des Konflikts zu finden. Der ungeduldig erwartete Halbgott tritt auf, kann die Situation aber nur bedingt entschärfen. Er berichtet vom Rheingold, das Alberich geraubt hat, um daraus einen Ring zu schmieden, der ihm höchste Macht und Einfluss verschafft. Alberich ist, so Loge weiter, inzwischen im Besitz dieses Ringes, nachdem er der Liebe entsagt hat. Als Ersatz für Freia würden die Riesen das Gold des Nibelungs akzeptieren. Auch Wotan will den Ring für sich gewinnen, während Loge die Bitte der Rheintöchter an ihn heranträgt, das Gold wieder dem Wasser zurückzugeben. 
Die Riesen führen Freia als Pfand fort – wenn nicht bis zum Abend das Rheingold zu ihrer Lösung bereitliegt, wird die Göttin für immer in ihrer Gewalt bleiben. Ohne die jugendspendenden Äpfel Freias beginnen die Götter sofort spürbar zu altern. Wotan fasst den Entschluss, gemeinsam mit Loge nach Nibelheim hinabzusteigen, um Alberich den Ring zu rauben.

DRITTES BILD
In den unterirdischen Klüften von Nibelheim. Alberich konnte mit Hilfe der vom Ring ausgehenden Zauberkraft die Herrschaft über das Volk der Nibelungen erringen. Von seinem Bruder Mime hat er sich einen Tarnhelm anfertigen lassen, der ihn unsichtbar machen oder in eine andere Gestalt verwandeln kann, damit er vor Dieben geschützt ist. Wotan und Loge beobachten, wie Alberich die Nibelungen brutal knechtet. Sie erfahren von ihm, dass er durch die große Menge Goldes, die seine Arbeiter aus dem Gestein herausbrechen, von Nibelheim aus die Welt erobern will. Listig gelingt es Loge, Alberich zur Vorführung des Tarnhelms zu bewegen: Zuerst verwandelt sich dieser in einen Riesenwurm, dann in eine Kröte. In diesem Moment wird Alberich von Wotan und Loge überwältigt, gefesselt und an die Erdoberfläche gebracht.

VIERTES BILD
Freie Gegend auf Bergeshöhen, wie im 2. Bild. Um seine Freilassung zu erreichen, muss Alberich den von den Nibelungen angehäuften Hort als Lösegeld nach oben schaffen lassen. Zudem fordert Wotan von ihm auch noch den Tarnhelm und den Ring. Diesen aber will Alberich unter keinen Umständen preisgeben – er wird ihm von Wotan gewaltsam entrissen. Von seinen Fesseln befreit, verflucht Alberich den Ring: Wer ihn trägt, ist dem Tod verfallen; erst wenn er selbst den Reif wieder in Händen hält, würde der Fluch seine Wirkung verlieren. 
Die Riesen bringen Freia zurück. Der Nibelungenhort soll nach der Gestalt der Göttin aufgeschichtet werden. Um noch vorhandene Lücken zu verdecken, fordern Fafner und Fasolt zunächst den Tarnhelm, dann den Ring. Wie zuvor Alberich weigert sich nun auch Wotan, sich von dem Ring zu trennen. Erst die plötzlich erscheinende Erda, die Wotan eindringlich warnt und den Göttern ihr Ende prophezeit, kann ihn umstimmen: Er überlässt den Riesen den Ring. Alberichs Fluch erfüllt sich umgehend – im Streit um den Hort erschlägt Fafner seinen Bruder Fasolt. Fafner trägt Goldschatz, Tarnhelm und Ring mit sich fort.
Wotan, der in sorgenvolles Nachdenken versunken ist, wird von Fricka animiert, zusammen mit ihr und den anderen Göttern in Walhall einzuziehen. Donner erzeugt ein Gewitter, Froh schlägt einen Regenbogen, welcher der Göttergesellschaft als Brücke zur Burg dient. Aus der Tiefe vernimmt Wotan den Klagegesang der Rheintöchter um das verlorene Gold. Loge, der die Götter dem Untergang entgegeneilen sieht, sucht sich zu distanzieren, verspottet aber auf Geheiß Wotans die Rheintöchter. Mit großem Aplomb marschieren die Götter Richtung Walhall.

Programmbuch