Nachruf

Kammersänger Gerd Wolf verstorben

Die Staatsoper Unter den Linden trauert um Kammersänger Gerd Wolf, der im Alter von 79 Jahren in Dresden verstorben ist. Geboren in Flöha (Sachsen) begann er 1970 seine Karriere als Opernsänger am Sächsischen Landestheater Dresden-Radebeul, wo er den Eremiten in Webers »Freischütz« sang. Seine Stimme hatte er zunächst bei Prof. Frieder Trommler ausbilden lassen, nach einer staatlichen Bühnenreifeprüfung als Chorsänger legte er zum Ende seines Studiums an der Berliner Hochschule für Musik »Hanns Eisler« 1973 das Staatsexamen als Solosänger ab. Der Staatsoper Unter den Linden war Gerd Wolf ab 1982 verbunden, seit 1984 als festes Ensemblemitglied. Hier trat er in maßgeblichen Partien seines Fachs auf, u. a. als Leporello, Osmin und Bartolo in den Mozarts-Opern »Don Giovanni«, »Die Entführung aus dem Serail« und »Die Hochzeit des Figaro«, als Geronimo in Cimarosas »Die heimliche Ehe«, als Tommaso in d’Alberts »Tiefland«, als König Ludwig in Webers »Euryanthe« oder als Doktor in Bergs »Wozzeck«. Besondere Erfolge feierte Gerd Wolf, der über eine sonore, kraftvolle Bassstimme sowie über große darstellerische Fähigkeiten verfügte, in Buffopartien wie van Bett in Lortzings »Zar und Zimmermann«, Falstaff in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« und Bartolo in Rossinis »Barbier von Sevilla«. Mit der Berliner Staatsoper gastierte Gerd Wolf des Öfteren auch im Ausland, so etwa in der Bundesrepublik, in Italien, Spanien, den Niederlanden, Polen, Ungarn und Japan. Bei den Salzburger Festspielen wirkte er 1995 in Aufführungen von Bergs »Lulu« mit. Auch als Konzertsänger trat Gerd Wolf hervor, ebenso als Sänger für den Rundfunk und die Schallplatte.

Bei seinen Kolleginnen und Kollegen der Staatsoper Unter den Linden genoss Gerd Wolf hohes Ansehen, über viele Jahre, bis 2010, gehörte er zu den Säulen des Ensembles. Die Staatsoper ist ihm zu großem Dank für seine hervorragende künstlerische Tätigkeit und seine menschliche Integrität verpflichtet. Wenige Tage nach seinem 79. Geburtstag ist Gerd Wolf verstorben – die Staatsoper wird ihm ehrendes Andenken bewahren.

Die Intendanz