Oper im Stream

Neuproduktion »Jenůfa« jetzt in der 3sat Mediathek

Am 13. Februar feierte Leoš Janáčeks »Jenůfa« in der Regie von Damiano Michieletto, der mit dieser Produktion sein Hausdebüt gibt, Premiere. Die Produktion wurde live zeitversetzt in 3sat ausgestrahlt sowie auf www.3sat.de und www.staatsoper-berlin.de gestreamt und war bei rbbKultur und am 14. Februar bei BR-Klassik im Radio zu hören. In der 3sat Mediathek ist die Aufzeichnung jetzt noch weitere 30 Tage bis zum 15.03.2021 in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar.

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Die musikalische Leitung hat Simon Rattle inne, der nach »Aus einem Totenhaus«, »Katja Kabanowa« und der »Glagolitischen Messe« seine künstlerische Auseinandersetzung mit zentralen Werken von Janáček an der Staatsoper Berlin fortsetzt. Camilla Nylund, die zuletzt als Marschallin in »Der Rosenkavalier« gefeiert wurde, gibt ihr Rollendebüt in der Titelpartie. Neben ihr zählen u. a. Evelyn Herlitzius (Die Küsterin Buryjovka), Stuart Skelton (Laca Klemeň), Ladislav Elgr (Števa Buryja) zum Ensemble.

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Programmheft

»The way Janáček wrote the libretto is very epic and makes this story speak to humanity, to everybody. It’s the story of a beautiful girl, who is pregnant and wants to be happy with her lover. The tragedy happens because society has a problem with that – and this leads to brutality. I think it’s very important not to judge the characters and their actions but try to empathize with them and present them in a very complex perspective«, Regisseur Damiano Michieletto.
Die rigiden Moralvorstellungen einer Dorfgemeinschaft setzen eine junge Frau unter Druck: Jenůfa ist schwanger von ihrem Geliebten Števa, der sich jedoch von ihr abwendet und sein Heiratsversprechen zurückzieht. Nachdem das Kind das Licht der Welt erblickt hat, bangt auch ihre Stiefmutter, die Küsterin des Dorfes, um Jenůfas Ruf und ihre eigene Zukunft. Als sich mit Laca ein weiterer Heiratskandidat anbietet, kommt ihr der Gedanke, dass ein Leben ohne das Kind für sie alle besser wäre … Gesellschaftliche Themen, die in Janáčeks Oper von 1904 unter die Haut gehen und in ihrer Tragik und Brisanz auch heute nicht an Aktualität verloren haben. Regisseur Damiano Michieletto fokussiert sich in seiner Inszenierung ganz auf die Figuren und ihre Psychologie. Mit klaren, strengen Bildern über äußere und innere Kälte treibt er »Jenůfa« jegliche Folklore aus.

Die Musik Janáčeks packt durch enorme Dynamik, rhythmische Kraft und klangliche Vielfalt. Psychologische Extremzustände werden mit ungeheurer Wucht hörbar und das Unfassbare musikalisch unmittelbar erlebbar. Mit der Staatsoper Unter den Linden verbindet »Jenůfa« eine besondere Beziehung, denn die Berliner Erstaufführung 1924 brachte dem Werk den endgültigen Durchbruch auf deutschen Bühnen.  

»Wir sind unseren Partnern rbb, 3sat, BR, UNITEL und MEZZO TV unendlich dankbar, dass wir in dieser Zeit ein ‚Tor zur Welt‘ bekommen und eine unglaublich faszinierende Oper zeigen können. Es ist so wichtig, dass der Motor der Kultur bestehen bleibt – für unser Haus und die Gesellschaft als Ganzes. Um das zu ermöglichen, steht die Sicherheit aller Beteiligten an erster Stelle. Der Opernbetrieb ist darauf ausgerichtet, Produktionen ins Repertoire aufzunehmen und immer wieder zu gleicher Qualität zum Leben zu erwecken. Es geht also nichts verloren und diese Premiere ermöglicht es uns, die Produktion schon in der nächsten Spielzeit für das Publikum erlebbar zu machen«, Intendant Matthias Schulz.