Besetzungsänderung

Thomas Guggeis übernimmt die musikalische Leitung des Abonnement konzerts VI. am 25./26. März

Am 25. und 26. März ist die Staatskapelle Berlin mit dem VI. Abonnementkonzert der Saison in der Staatsoper Unter den Linden und in der Philharmonie zu erleben. Nachdem Paavo Järvi aus gesundheitlichen Gründen leider absagen musste, hat Thomas Guggeis sich dankenswerterweise dazu bereit erklärt, die musikalische Leitung des Konzerts zu übernehmen.
Neben Gustav Mahlers »Kindertotenlieder« mit Okka von der Damerau als Solistin, werden zwei Werke von Jean Sibelius zu hören sein: das Orchesterstück »Der Schwan von Tuonela« op. 22 Nr. 2 sowie die Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43.

»Der Schwan von Tuonela« ist der zweite und populärste Teil aus Jean Sibelius’ »Lemminkäinen-Suite«. Sie entstand 1895/96, nachdem Sibelius von seiner Idee, eine Oper auf der Grundlage der finnischen Lemminkäinen-Legende zu komponieren, Abstand genommen hatte. Das musikalische Material der bereits bestehenden Ouvertüre arbeitete er zu »Der Schwan von Tuonela« um, einer besonders stimmungsvollen und klangfarblich ausdifferenzierten Orchesterkomposition.

Gustav Mahlers fünfteiliger Liederzyklus »Kindertotenlieder« nach Texten der gleichnamigen Gedichtsammlung von Friedrich Rückert wurde 1905 in Wien unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Weniger um das Sterben der Kinder an sich geht es in dem Liederzyklus vielmehr um die Trauer und die Verzweiflung der Hinterbliebenen, wobei immer wieder auch Trost und Anzeichen für eine Versöhnung mit dem Schicksal anklingen.

Mit seiner 1902 uraufgeführten Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43, die ein breites expressives Spektrum von melancholischen bis majestätisch-grandiosen Passagen enthält, konnte Jean Sibelius als Orchesterkomponist international Anerkennung gewinnen. Obwohl sich das klassisch gebaute, klanglich opulente Werk an den erklärten Vorbildern Beethoven und Tschaikowsky orientiert, fand Sibelius hier doch bereits seinen individuellen Ton. Ebenso wie sein direkter Zeitgenosse Gustav Mahler hat er dem sinfonischen Komponieren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, an der Schnittstelle zwischen Spätromantik und Moderne, spürbar neue Impulse gegeben. Die Auseinandersetzung mit der Tradition mündete in eigenständigen gestalterischen Lösungen, die Konstruktion wie die musikalischen Ausdrucksmomente der Werke betreffend. Alle drei Werke, die im VI. Abonnementkonzert der Staatskapelle Berlin zur Aufführung gelangen, sind thematisch miteinander verbunden; Symbole von Tod, Trauer und Klage kommen in ihnen zum Vorschein, aber auch versöhnliche, tröstende und optimistische Töne. Musik zweier großer Sinfoniker des 19. und 20. Jahrhunderts erklingt, in denen die Natur wie die menschliche Psyche gleichermaßen reflektiert ist.

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