Sidi Larbi Cherkaoui wurde 1976 in Antwerpen geboren. Erste Erfahrungen als Choreograph sammelte er mit dem zeitgenössischen Musical »Anonymous Society«. »Rien de Rien« war als Mitglied des belgischen Tanzkollektivs Les Ballets C. de la B. seine erste Choreographie. Die Produktion brachte ihm 2002 den Nijinsky Preis für die beste Nachwuchs-Choreographie in Monte Carlo ein. Im Herbst 2002 entwickelte er zusammen mit Damien Jalet und einigen Tänzern des Sasha Waltz-Ensembles das Stück »d’avant«, welches höchsten körperlichen Einsatz erfordert und in welchem es gelingt, eine alles relativierende Leichtigkeit mit sozialen Phänomenen wie Fanatismus, körperlicher Gewalt und moralischem Desinteresse zu verknüpfen. Im März 2003 setzte der Künstler seine Suche nach einem »cross over« von Tanz und Vokalmusik in »Foi« fort. In den folgenden Jahren arbeitete Sidi Larbi Cherkaoui an preisträchtigen Produktionen wie u. a. »Zero Degrees«, einer Zusammenarbeit mit Akram Khan, »Corpus Bach«, einer Zusammenarbeit mit Nicolas Vladyslav, und »L’ homme de bois«. 2006 lud ihn Guy Cassiers, Künstlerischer Leiter des prestigeträchtigen Toneelhuis, als künstlerischen Mitarbeiter ein, sodass »Myth« entstand. Mit der neuen Produktion »BABEL«, die im April 2010 in Brüssel uraufgeführt wurde, vervollständigte er seine auf »Foi« und »Myth« aufbauende Trilogie. Im selben Jahr gründete er seine Ballettcompagnie »Eastman«.