Mitmachen erwünscht!
Nach dem großen Erfolg von Der Freischütz für Kinder wartet an der Staatsoper Unter den Linden schon das nächste Mitmach-Abenteuer: Die Fledermaus für Kinder Auch diesmal heißt es: Mitsingen, Mittanzen und selbst Teil der Geschichte werden! Im Gespräch hat uns Regisseurin Giulia Giammona schon vorab verraten, warum Mut, Verkleidungen und ein frecher Kuschelfrosch dabei eine ganz besondere Rolle spielen – und warum am Ende alle gemeinsam feiern.
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Giulia, du hast schon viele Opern für Kinder auf die Bühne gebracht. Worauf kommt es dabei an?
Für mich geht es vor allem um Zauber. Um dieses besondere Gefühl, etwas zum ersten Mal zu entdecken oder vielleicht auch zum zweiten oder dritten Mal und trotzdem wieder neu zu erleben. Ich liebe es, wenn man für eine Stunde in eine andere Welt eintauchen kann und alles möglich scheint.
Deshalb mag ich das Format der Mitmachoper so gern. Man sitzt nicht einfach nur da und schaut zu, sondern wird Teil der Geschichte. Vielleicht entdeckt man dabei sogar, dass man selbst gern singen, tanzen oder mal auf einer Bühne stehen würde. Mir ist wichtig, dass Oper nicht wie etwas wirkt, das weit weg ist, sondern wie ein Ort, an dem alle willkommen sind.
Worum geht es in der Fledermaus für Kinder?
Unsere Geschichte spielt in einer Privatschule. Dort geht es vor allem um Adele. Sie träumt davon zu singen, hat aber nicht genug Geld, um ihre Schulgebühren zu bezahlen. Deshalb arbeitet sie in der Schule und putzt, damit sie weiterhin dabei sein kann. Gleichzeitig fühlt sie sich oft ausgeschlossen und gehört nicht so richtig dazu. Vielleicht kennen viele dieses Gefühl, dass man unbedingt dazugehören möchte und manchmal nicht weiß, ob man gut genug ist.
Natürlich geht es auch um Verkleidungen, Feste und jede Menge Spaß. Aber wir haben uns auch gefragt: Warum verstecken sich Menschen eigentlich hinter Masken? Und was passiert, wenn man sie wieder ablegt? Adele hat eine wunderschöne Stimme, aber sie traut sich nicht, sie hören zu lassen. Auf ihrer Reise wird sie von ihrem Kuschelfrosch begleitet, der sich plötzlich in einen Menschen verwandelt und sie immer wieder herausfordert, mutiger zu werden. Schritt für Schritt findet Adele den Mut, für sich selbst und ihre Träume einzustehen. Dabei merkt sie, dass sie sich gar nicht verstellen muss, um dazuzugehören. Unser Motto dabei ist „Just be wild!“, also: Trau dich, du selbst zu sein, auch wenn du vielleicht ein bisschen anders bist als die anderen.
- Regisseurin Giulia Giammona
Bei der Fledermaus für Kinder soll niemand nur still auf seinem Platz sitzen. Wie kann das Publikum mitmachen?
Das Publikum darf ganz viel mitmachen. Gemeinsam wird gesungen, getanzt, mit zuvor gebastelten Requisiten gespielt und mit den Figuren gesprochen. Zusammen mit unserer Choereographin haben wir uns Bewegungen ausgedacht, die alle vom Sitzplatz aus mitmachen können. Ich hoffe sehr, dass am Ende möglichst viele mittanzen. So wird jede Vorstellung ein bisschen anders und zu einem großen gemeinsamen Fest.
Du warst selbst viele Jahre im Jugendchor der Staatsoper, der nun in der Fledermaus für Kinder mitsingt. Wie ist es für dich, jetzt mit dem Jugendchor zusammenzuarbeiten?
Das macht mich sehr glücklich. Als ich selbst im Jugendchor gesungen habe, durfte ich die Oper von einer ganz besonderen Seite kennenlernen. Ich konnte hinter die Kulissen schauen und erleben, wie aus Musik, Theater, Gesang, Kostümen und Phantasie eine ganze Welt entsteht. Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Der Jugendchor war für mich ein Ort, an dem ich mich wohlgefühlt habe und viel Selbstvertrauen sammeln konnte. Ich war damals noch in der Schule und habe jede Probe geliebt. Die Mischung aus Musik, Schauspiel, Verwandlung und Gemeinschaft hat mich total verzaubert. Deshalb freut es mich besonders, heute mit einer neuen Generation junger Sängerinnen und Sänger zusammenzuarbeiten. Sie bringen so viel Energie, Freude und Spiellust mit und genau das passt wunderbar zu unserer Fledermaus für Kinder.
- Das Interview führte Elisabeth Kühne.
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Aus dem Magazin der Staatsoper Unter den Linden - Nr. 4.
Am 12. September 2026 erscheint die neue Ausgabe des Magazins der Staatsoper mit spannenden Einblicken zu den Barocktagen 2026, der ersten Premiere der Spielzeit La Vestalevon Gaspare Spontini,dem Rosenkavalier auf Reisen, dem Konzert zum Jahreswechsel und der neuen Mitmachoper Die Fledermaus für Kinder.