Das Brahms-Requiem zum Holocaust-Gedenktag
Vor 81 Jahren ist das Konzentrationslager Auschwitz befreit worden, ein Ort, der wie kein anderer für die Vernichtung des europäischen Judentums steht. Ein Tag des Gedenkens an den Holocaust ist dieser 27. Januar geworden, an dem an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnert wird, verbunden mit der eindringlichen Warnung vor den Folgen eines entfesselten Antisemitismus.
Wohl kaum ein Werk der europäischen Musikgeschichte besitzt eine derartige Kraft und ein solches Vermögen, die Erinnerung an Verstorbene wachzurufen wie das Deutsche Requiem von Johannes Brahms, ein Werk von tiefempfundener Trauer und Träger eines Ausdrucks, der über alle konfessionellen und weltanschaulichen Grenzen hinweg die Sphäre des allgemein Menschlichen berührt. Mit der Aufführung dieser hoch eindrucksvollen Musik für Chor, Soli und Orchester am heutigen Holocaust-Gedenktag möchten wir – die Mitwirkenden und die Staatsoper Unter den Linden insgesamt – uns vor den Opfern der nationalsozialistischen Herrschaft, die unermessliches Leid erlitten haben, verneigen.