Lore Binon erhielt zunächst ihren Master in Violine am Conservatoire royal in Brüssel, nahm aber parallel ein Gesangsstudium in Brüssel, Barcelona und Amsterdam auf. Sie wirkte in verschiedenen Musiktheaterproduktionen der Zonzo Compagnie, Muziektheater Transparant und Imago Mundi mit, u. a. bei »Berberio« (Regie: Letizia Renzini), das mit dem YAMaward ausgezeichnet wurde, bei »Revelations« und »In my end is my beginning«, das für den Classical Next Innovation Award 2019 nominiert ist. Ihr Operndebüt gab Lore Binon als Barbarina in »Le nozze di Figaro« mit dem Freiburger Barockorchester unter der Leitung von René Jacobs und sang außerdem u. a. Pamina in Mozarts »Zauberflöte« an der Vlaamse Opera. Daneben ist sie im Bereich der zeitgenössischen Musik aktiv und sang etwa Schönbergs »Pierrot lunaire« beim Schiermonnikoog Festival sowie in Luca Francesconis »Sirènes« beim Straßburger Festival Musica und arbeitete sie mit Rosas & Ictus bei einer internationalen Tournee mit Steve Reichs »Drumming« zusammen. Auch Liederabende führten sie zu mehreren Festivals. Als Konzertsolistin sowohl in sinfonischem Repertoire als auch in Alter Musik wirkte sie mit Ensembles wie Brussels Philharmonic, dem Antwerp Symphony Orchestra, B’Rock, Il Gardellino und dem Orchestre Symphonique de Mulhouse. Außerdem ist sie Mitbegründerin des Ensembles Revue Blanche. In der Spielzeit 2019/20 singt sie die Doppelrolle der Sorge/Magna Peccatrix (in Schumanns »Szenen aus Goethes Faust«) unter Philippe Herreweghe an der Vlaamse Opera.