2025/26
26. November 2025 | ZwischenTöne mit Gabriela Scherer
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Im Rahmen unseres Gesprächsformats ZwischenTöne durften wir die außergewöhnliche und inspirierende Sopranist Gabriela Scherer begrüßen, die uns einen tiefen Einblick in ihren künstlerischen Werdegang und ihre Haltung zum Singen gewährte. Bereits als Kind wusste Gabriela Scherer, dass sie Opernsängerin werden wollte – nicht als bewusste Entscheidung, sondern als inneres Gefühl, das von Anfang an in ihr verankert war.
Zunächst als Mezzo ausgebildet, spürte sie sehr schnell, dass dieses Stimmfach nicht ihrem eigentlichen Timbre entsprach. Erst mit ihrem Fachwechsel zum Sopran fühlten sich die Partien wirklich stimmig, authentisch und vor allem gesund an.
Die Stimmgesundheit spielt für Gabriela Scherer eine zentrale Rolle. Sie betont, dass sie bewusst auf Rollen verzichtet, wenn ihre Stimme noch nicht bereit dafür ist – nicht aus mangelndem Ehrgeiz, sondern aus Respekt vor ihrem Instrument. Auch wenn bestimmte Rollenangebote durchaus reizvoll seien, möchte Sie einen bestimmten Klang nicht forcieren. Ihre Herzenspartien sind Verdis Elisabetta und Wagners Elsa, zwei Rollen, in denen sie sich künstlerisch besonders zu Hause fühlt. Genauso gilt es auch für die Staatsoper Unter den Linden, mit der sie sich nicht nur persönlich, sondern auch auf künstlerischer Ebene sehr verbunden fühlt. Das Haus besetze sie mit großer Sorgfalt auf Rollen, die ihrem individuellen Stimmbild entsprechen und ihr gesundes Singen ermöglichen. Ein aktuelles Beispiel dafür sei auch ihre jüngste Besetzung als Alice Ford in Fallstaff.
Ein besonderes Kapitel ihres aktuellen künstlerischen Weges ist Wagners Rienzi, der zum 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele zum ersten Mal auf dem grünen Hügel aufgeführt wird. Sie wird die weibliche Hauptrolle der Irene verkörpern. Bereits in Leipzig konnte man Gabriela Scherer in der Rolle des Friedensboten erleben – damals noch als Mezzo. Mit ihrem Fachwechsel zum Sopran, so sagt sie scherzhaft, hatte sie sich selbst verboten, das Werk, das ihr eigentlich so am Herzen liegt, zu hören, da sie überzeugt war, es nun nicht mehr auf der Bühne singen zu werden. Mit dem Angebot der Rolle der Irene änderte sich das wieder – nun hört sie Wagners Rienzi wieder rauf und runter.
Das Gespräch mit Gabriela Scherer bot nicht nur spannende Einblicke in die Entwicklung und das Leben einer Sängerin, sondern auch in die Haltung uns Sensibilität, mit der sie ihren Beruf versteht.
26. November 2025 | Meisterkurs mit Michael Volle
Schon seit vielen Jahren unterstützt der Förderverein das Internationale Opernstudio maßgeblich und übernimmt die Stipendien der jungen Sängerinnen und Sänger, welche die wunderbare Möglichkeit haben, an der Staatsoper Unter den Linden ausgebildet zu werden. Dank dieses Engagements erhielten wir die besondere Gelegenheit, beim Meisterkurs mit Bariton Michael Volle, einen exklusiven Einblick in diese Ausbildung zu bekommen. Ein solcher Einblick ist außergewöhnlich, denn normalerweise erleben wir als Publikum Oper nur in ihrer vollendeten Form auf der Bühne. In einem Meisterkurs hingegen wird sichtbar, wie viel Arbeit, Präzision und Gefühl in diesem vermeintlich mühelosen Endprodukt stecken.
Wir durften miterleben, wie intensiv sich die Nachwuchskünstlerinnen und -künstler in ihre Rollen hineindenken und -fühlen müssen, um sie authentisch verkörpern zu können. Es wurde deutlich, welche Bedeutung kleinste stimmliche Nuancen haben, wie mit Klangfarbe, Artikulation und Ausdruck gespielt wird, und wie eng technische und emotionale Prozesse miteinander verflochten sind.
Besonders eindrucksvoll war die unmittelbare Entwicklung, die durch die präzisen und inspirierenden Impulse von Michael Volle zu beobachten war. Er ließ nicht nur die Studiomitglieder an den Erfahrungen, Feinheiten und kleinen Geheimnissen eines erfahrenen Künstlers teilhaben, sondern auch uns als Teil des Publikums. Dieses Erlebnis lässt das fertige Bühnenprodukt noch wertvoller erscheinen, denn es machte spürbar, wie viel Leidenschaft, Feingefühl und künstlerische Hingabe hinter jeden einzelnen Ton stehen. Vielen Dank für diese der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglichen Augenblicke!
19. Oktober 2025 | Verkaufsoffener Sonntag bei Dussmann
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Am 19 Oktober fand ein weiterer Verkaufsoffener Sonntag bei Dussmann – Das Kulturkaufhaus zugunsten der Staatsoper Unter den Linden statt. Dank zahlreicher Einkäufe kam eine Summe von 27.500€ zusammen. Der Erlös des Tages kam in diesem Jahr der Jungen Staatsoper zugute. Die musikalische Gestaltung durch das Blechbläserensemble »Lindenbrass«, Kammermusiken der Orchesterakademie und musikalische Kostproben der Stipendiat:innen des Opernstudios hatten Kund:innen beim gemütlichen Stöbern die Gelegenheit, die Verbindung zwischen Literatur, Musik und Oper in ungezwungener Atmosphäre zu erleben. Wir danken Dussmann – Das KulturKaufhaus für die jahrelange, großzügige Unterstützung und Koorpertation. Wir freuen uns besonders auf den Verkaufsoffenen Sonntag im Jahr 2026, in dem diese besondere Veranstaltung 20-Jähriges Jubiläum feiert!