Der Festtage-Rosenkavalier und ein Strauß an Strauss-Sachen

Magazin Nr. 3 - 2025/26

Im Gespräch mit Generalmusikdirektor Christian Thielemann.

Seit drei Jahrzehnten bereits ziehen die Festtage an der Staatsoper Unter den Linden die Berlinerinnen und Berliner sowie Gäste aus Deutschland, Europa und der Welt in das Haus Unter den Linden und die Philharmonie, um Opern und Konzerte mit exzellenten Künstlerinnen und Künstlern sowie der Staatskapelle Berlin und dem Staatsopernchor zu erleben. (Fast) immer in ihrer Geschichte waren die Festtage Chefsache – und so wird es auch 2026 sein: Generalmusikdirektor Christian Thielemann dirigiert Ende März/Anfang April eine Vorstellungsserie von Straussʼ Der Rosenkavalier sowie ein Konzert mit Brahmsʼ Ein deutsches Requiem, zwei besonders eindrucksvolle Werke der Oper und der Chorsymphonik. Wir haben ihn im Vorfeld dieser Jubiläums-Festtage zum Gespräch getroffen, im Angesicht einer Büste von Richard Strauss, die in den Räumen der Staatskapelle aufbewahrt und dort in Ehren gehalten wird.

Detlef Giese: Richard Strauss war ja über eine längere Zeit und in besonderer Weise mit Berlin verbunden, vor allem mit der damaligen Hofoper Unter den Linden und der Königlich Preußischen Hofkapelle, der heutigen Staatsoper und Staatskapelle Berlin. Zwar kam es hier nie zu einer Uraufführung seiner Opern (obwohl sie von der Salome bis zur Frau ohne Schatten wesentlich in Berlin entstanden), sie gelangten aber zumeist schon kurze Zeit später im Haus Unter den Linden auf die Bühne. So etwa auch Der Rosenkavalier Ende 1911, nachdem diese „Komödie für Musik“ zu Beginn des Jahres in Dresden erstmals gespielt worden war, an Ihrer früheren Wirkungsstätte. Nun hat jeder Dirigent, zumal wenn er sich so intensiv mit Strauss und seinen Werken beschäftigt wie Sie, eine eigene Geschichte mit dem Rosenkavalier. Wie war es denn in Ihrem Fall?

Christian Thielemann: Meinen ersten Rosenkavalier habe ichin Düsseldorf dirigiert, mit Karl Ridderbusch als Ochs, der eine große Persönlichkeit war und mit dem ich blendend auskam. Zu Beginn war ich mit meiner Herangehensweise überhaupt nicht zufrieden. Ich habe festgestellt, dass man mit jedem Ritardando, das man so gerne machen würde, sehr aufpassen muss, weil man erstens zu langsam wird und zweitens der Fluss der Musik aus der Balance gerät. Die Musik berührt erst dann, wenn man sie leichter, „mozartischer“ nimmt. Ich brauchte eine ganze Zeit, bis ich das verstanden habe. Den Rosenkavalier habe ich dann ziemlich oft dirigiert: in Nürnberg, an der Deutschen Oper Berlin, in Baden-Baden, in Dresden. Merkwürdigerweise nie in Wien, dafür aber an der New Yorker Met, sogar als Debüt dort. Dann hat es sich ergeben, dass es für eine Weile eine Rosenkavalier-Pause gab. Insofern freue ich mich sehr darauf, dass ich den Rosenkavalier jetzt an der Lindenoper dirigieren werde, mit der Staatskapelle Berlin, einem Spitzenorchester mit einer langen Strauss-Tradition.

„Der Rosenkavalier bietet ja einiges zum Mitsingen; viele Passagen gehen einfach ins Ohr.“

Christian Thielemann

Und vor den vielen Aufführungen standen ja gewiss Proben ohne Zahl.

Natürlich, ohne Proben geht es nicht. Es gibt Stellen im Rosenkavalier, die gehen einem nicht mehr aus dem Sinn, wenn sie diese einmal korrepetiert haben. Was übrigens sehr gut ist, um dieses Werk genau kennenzulernen. Meine erste Tat vor vielen Jahren, als ich als sehr junger Korrepetitor an der Deutschen Oper Berlin begonnen habe, war die Beschäftigung mit dem Rosenkavalier. Ich hatte die wunderbare Janis Martin einzustudieren, die ihre erste Marschallin sang. Wir haben das Stück dann gewissermaßen zusammen gelernt.

Strauss hat im Laufe seines langen, ungemein produktiven Lebens insgesamt 15 Opern komponiert. Fast alle haben Sie mittlerweile dirigiert, zuletzt im Sommer 2025 Die schweigsame Frau als Erstaufführung an der Staatsoper Unter den Linden. Wo aber sehen Sie den Rosenkavalier innerhalb dieser wahrhaft bedeutenden Werkreihe?

Der Rosenkavalier ist wahrscheinlich die beliebteste und bekannteste Strauss-Oper. Die Werke selbst sind schon sehr unterschiedlich. Von den früheren, die ins feste Repertoire der Opernhäuser eingegangen sind, Salome und Elektra, hat Strauss gesagt, dass man sie so dirigieren solle, als wären sie von Mendelssohn. Die Frau ohne Schatten ist wieder ein anderer Fall, sehr an Wagner orientiert. Und die späten Opern, etwa Arabella, auch Daphne und dann besonders Capriccio, stellen wieder neue Herausforderungen. Da ist man gut beraten, einen lockeren Mozart-Parlando-Ton zu nehmen. Mir kommt das manchmal vor wie eine eigentümliche Mischung aus Lortzing, sprich der deutschen Spieloper, sowie Wagners Meistersingern und Rheingold. Man nähert sich diesen Werken am besten mit einer unprätentiösen Musizierhaltung, trotz der raffinierten Harmonien und der riesigen Besetzungen. Der Rosenkavalier steht eigentlich dazwischen. Er hat natürlich dieses Wienerische, ähnlich wie später Arabella, mit dem Walzer im Mittelpunkt. Ohne den Walzer ist ja nicht mal Alban Berg ausgekommen, wie wir erst kürzlich bei unseren Wozzeck-Aufführungen festgestellt haben. Das ist für den Dirigenten nicht gerade leicht zu steuern. Rein technisch, vom Kapellmeisterlichen her, ist der Rosenkavalier eines der schwierigsten Stücke überhaupt. Ständig finden Tempowechsel statt, alles muss man sehr flüssig halten. Und dann kommt es natürlich auf die Sängerinnen und Sänger an: Haben Sie eine eher leichtstimmige Marschallin, müssen Sie besonders viel Rücksicht nehmen. Wenn Sie einen Ochs haben, der so richtig Stimme hat, dann können Sie auch mal loslegen. Das merkt man aber erst auf der Bühne oder am Abend.

Der Rosenkavalier - Christian Thielemann im Interview

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Die zweite große musikalische Komödie neben dem  Rosenkavalier ist die schon erwähnte Schweigsame Frau aus den frühen und mittleren 1930er Jahren, die unter Ihrer musikalischen Leitung für fünf Aufführungen im Mai an die Staatsoper zurückkehrt. Wenn man diese beiden Werke miteinander vergleicht – wo gibt es da Parallelen? Wo gibt es aber auch signifikante Unterschiede?

Zunächst einmal kommt Die schweigsame Frau ohne Walzer aus – und darüber hinaus auch mit erstaunlich wenig Melodie. Der Rosenkavalier bietet ja einiges zum Mitsingen; viele Passagen gehen einfach ins Ohr. Die schweigsame Frau ist dagegen ein auf den ersten Blick recht abstraktes Werk. Eine recht verrückte Geschichte, aber keine große Liebesgeschichte. Die kleine Liebesgeschichte, die in das Werk einbezogen ist, wird von Strauss wieder sehr melodiös behandelt. Das Ganze hat so etwas „Falstaffartiges“: Da blitzt immer eine Melodie auf und dann ist sie schon wieder verschwunden. Das Schwierige dabei ist wirklich das Parlando, die organische Verbindung von Text und Musik. Beim Rosenkavalier ist das ebenfalls so, obwohl dort mehr der große Bogen ausgesungen wird. Bei der Schweigsamen Frau hat Strauss zahlreiche kuriose, ja fast verrückte Passagen komponiert. Ich denke da an die Papagei-Szene mit dem grellen „Kora Kora Kakadu“, die skurrile Gerichtsszene und vieles mehr. Musikalisch hat Strauss eigentlich alles charakterisieren können, und das hat er im Rosenkavalier mehr als 20 Jahre früher auch schon getan. Und das unglaublich publikumswirksam – nicht umsonst sind damals eigens Sonderzüge nach Dresden zu den Rosenkavalier-Aufführungen gefahren.

Es ist natürlich auch eine Geschichte, die zum Mitleiden Anlass gibt. Ja, auch zu manchen Missverständnissen, denn wir dürfen nicht vergessen, dass die Marschallin noch gar nicht so alt ist. Erst Anfang 30 ist sie – und der wirklich noch ganz junge Octavian ist nicht der erste, mit dem sie sich da … vergnügt hat. Und er wird auch nicht der Letzte sein. Dieses Mal, mit Octavian, geht es zwar schief, aber es ist keineswegs ein oberflächliches Erlebnis, das muss auch musikalisch spürbar sein. Wenn sie mit ihren Falten kokettiert, und wenn sie von den Uhren spricht und singt, die sie zum Stehen bringt, darf es eben nicht sentimental werden. Das finde ich sehr schwierig, weil das Stück sonst schnell zu einer Tragödie einer gealterten Schönheit wird. Es muss nur ein leichtes Anhalten oder Innehalten sein, ganz kurz, und dann geht es wieder weiter. Und das macht den Reiz aus, den es in der schweigsamem Frau kaum gibt. Dafür lebt diese Oper von ihren drastischen Charakteren. Im Rosenkavalier ist nur der Ochs wirklich drastisch: Leicht vulgär und ordinär muss er sein, aber auch nicht zu sehr. Am Ende geht es doch gepflegt zu, so wie vielleicht bei Richard Strauss selbst in seiner Garmischer Villa. Letztendlich sitzt man abends doch im Hausmantel da, trinkt einen Cognac, ist gebadet und das Bett ist frisch bezogen. Auch wenn man sich tagsüber mit griechischen Göttern und schrecklichen Dingen befasst hat – am Abend ist doch wieder alles in Ordnung. Ich habe da volles Verständnis für Strauss.

„Das Orchester, die Staatskapelle Berlin, hat schon einen großen Erfahrungsschatz mit Strauss. Und ich habe diesen auch.“

Christian Thielemann

Im Gegensatz zur Schweigsamen Frau, wo ja vieles enorm rasant verläuft, im Wechsel der Situationen, der Charaktere und der einzelnen Parts, besitzen weite Teile des Rosenkavaliers musikalisch eine klare Struktur. Wir haben richtige Duette, wir haben ein Terzett, größere Ensembleszenen, auch quasi geschlossene Solonummern.

Ja, insgesamt ist Der Rosenkavalier traditioneller aufgebaut. Die schweigsame Frau ist hingegen disparat, vor allem durch diese immensen technischen Anforderungen. Der Rosenkavalier ist schon kompliziert zu dirigieren, aber Die schweigsame Frau dürfte wahrscheinlich die schwierigste Strauss-Partitur sein. So hat es Karl Böhm gesagt, der ja mit der Musik von Strauss bestens vertraut war. Und ich muss auch sagen, dass von allen Strauss-Opern, die ich dirigiert habe, Die schweigsame Frau das mit Abstand am schwersten zu lernende und zu dirigierende Werk ist. Und merkwürdigerweise fällt es gar nicht so auf. Mir haben Leute gesagt, die in einer Aufführung waren: Ach, das ist doch eine lockere Angelegenheit, das habt ihr so aus dem Handgelenk geschüttelt! Aber weit gefehlt: Da kommt man schon an die Grenzen des Möglichen.

Hat sich denn die enorme Strauss-Erfahrung und -Kompetenz der Staatskapelle in dem ganzen Proben- und Vorstellungsprozess positiv ausgewirkt?

Absolut, das Orchester hat schon einen großen Erfahrungsschatz mit Strauss. Ich habe diesen auch – und wir beide wissen genau, dass man bei bestimmten Stellen eben nicht so loslegen darf, wie man es beim Heldenleben oder bei der Alpensinfonie tut.

Trotz der großen Besetzung liegt im Rosenkavalier ja viel Mozartisches. Bekanntlich ist das Werk stark von Mozarts Figaro inspiriert worden, von dessen Personen, Konstellationen, auch von den Stimmcharakteren und der Leichtigkeit, von der Sie gesprochen haben. Die Verbindung von Singen und Sprechen, das berühmte „Parlando“ zeigt sich ja eigentlich zum ersten Mal so wirklich ausgebildet im Rosenkavalier, oder?

In der Tat finden wir beim Rosenkavalier schon sehr viel von diesem Parlando, aber es gibt eben auch das Ariose, das großen Raum einnimmt. Das Parlando-Komponieren hat Strauss später immer weiter verfeinert, denken Sie etwa an Arabella, an die groteske Szene mit der Kartenaufschlägerin, oder eben an Die schweigsame Frau. Strauss hatte schon ein Gefühl für drastische Komik. Und ohnehin besaß er ein reiches Innenleben. Seine Frau Pauline mit ihrer speziellen Art war ihm offenbar sehr wichtig. Einmal hat sie sogar die Wiener Philharmoniker weggeschickt, als sie Strauss zum Geburtstag ein Ständchen gespielt haben. Sie hat einfach zu ihnen gesagt: So, meine Herren, Sie müssen jetzt gehen! Richard muss sich hinlegen und ausruhen! Und die Musiker haben es ihr nicht einmal übelgenommen. Wahrscheinlich war Pauline genau die Richtige für Strauss. Auf sein Komponieren hat sich das ganz sicher ausgewirkt, diese Art von „normalem“, bodenständigem Humor.

Pauline war ja auch die Anregerin von vielen Liedern, vor allem bedingt durch ihre Tätigkeit als Sängerin. Viele Stücke hat Strauss eigens für sie komponiert, im Grunde ist aber sein ganzes Liedschaffen ohne ihren Einfluss nicht denkbar.

Ja, ich habe diese Lieder immer wahnsinnig gemocht, weil sie so unglaublich vielfältig sind, von der kleinsten Regung bis zur großen Geste. Schon in den Klavierfassungen besitzen sie viele Farben, was herausfordernd für den Pianisten ist. Und die Orchesterlieder sind noch einmal eine Welt für sich. Hinsichtlich ihrer Besetzungen reichen sie vom Streichquartett mit Flöte bis zum Heldenleben-Orchester, ein großer Bilderbogen. Und da brauchen Sie natürlich auch verschiedene Stimmen. Schon ein paar Mal habe ich damit begonnen, eine Gesamtaufführung der Straussʼschen Orchesterlieder zu verwirklichen. In München konnten wir das aus besetzungstechnischen Gründen nicht zu Ende bringen. In Dresden hatten wir alles geplant, dann kam Corona. Jetzt aber nehmen wir den dritten Anlauf, und jetzt muss es einfach klappen. Ein erstes Stück des Weges sind wir schon gegangen.

Wir haben den Auftakt gemacht mit Erin Morley, die für die „leichteren“, tendenziell hell timbrierte Sopranlieder eine perfekte Wahl war. Jetzt, zum anstehenden Symphoniekonzert im April 2026, kommt Julia Kleiter – im Übrigen auch unsere Marschallin im Rosenkavalier –, ebenso Konstantin Krimmel, also Sopran plus Bariton. Von den insgesamt 42 Orchesterliedern von Strauss, die innerhalb der nächsten Jahre zur Aufführung gelangen sollen, sind dann immerhin schon mehr als ein Dutzend erklungen.

Die akustischen Gegebenheiten sind gerade bei den Liedern sehr genau zu beachten. Im Zuschauersaal wird immer jemand sagen: Das Orchester ist zu laut, auch wenn nur ein gutes Mezzoforte gespielt wird. Man darf nicht vergessen, dass vor 100 oder mehr Jahren, wo die meisten dieser Lieder komponiert wurden, die Orchester wahrscheinlich halb so laut wie heute waren, die Blechbläser etwa, aber auch die Streicher mit ihren Darmsaiten. Man muss die Stärke und die Transparenz des Klanges daher immer gut im Blick behalten und entsprechend regeln. Wir wählen auch die Stimmen so aus, dass sie zu den Liedern passen, die ganz unterschiedliche Anforderungen stellen. Bei den Liedern brauchen die Sängerinnen und Sänger eine feine Gestaltungskunst. Zusammen mit dem Orchester ist es dann oft eine kammermusikalische Angelegenheit.

Stichwort Kammermusik, Sensibilität und Feingliedrigkeit. Wir haben Ende April ja noch eine schöne Veranstaltung bei uns im Apollosaal, mit dem Titel „Das Strauss’sche Parlando“. Mit einigen Sängerinnen und Sängern aus der Schweigsamen Frau und Pianisten des Hauses wollen wir dem Publikum dieses besondere Phänomen nahebringen. Was ist das überhaupt, dieses „Straussʼsche Parlando“? Lässt sich das in wenigen Worten beschreiben?

Damit ist eine Natürlichkeit der Textgestaltung gemeint. Sehr häufig ergibt sich ein Tempo aus der richtigen Aussprache. Wenn es zu schnell ist, wirkt es gehetzt, wenn es zu langsam ist, stimmt es auch nicht. Das merken Sie, wenn Sie der Sprache mächtig sind. Deshalb ist es so wichtig, den Text einer Oper – oder auch den eines Liedes – äußerst genau zu studieren. Auf der Bühne muss man zudem anders sprechen als im täglichen Leben, die normale Umgangssprache hilft da nicht weiter. Und wenn man es richtig macht, versteht man auch alles. Alles muss in der natürlichen Sprachmelodie sein, dann werden auch die Worte plausibel und der Sinn klar. Das kann uns das Parlando lehren, auf sehr faszinierende Weise. Anhand von einigen Beispielen werden wir das in dieser Veranstaltung vorführen.

Kommen wir noch einmal kurz zu den österlichen Festtagen der Staatsoper zurück. Seit genau 30 Jahren bestehen sie, von Daniel Barenboim anlässlich der ersten zyklischen Aufführung der neuen Ring-Tetralogie gegründet. Oft, wenngleich nicht immer, standen große Wagner-Werke im Mittelpunkt. Jetzt haben wir erstmals eine Strauss-Oper auf dem Programm. Das ist wirklich eine Premiere – und zugleich auch Ihre Premiere für die Festtage, da es sich im vergangenen Jahr, in Ihrer ersten Saison als Generalmusikdirektor der Staatsoper, terminlich noch nicht einrichten ließ. Jetzt aber ist Gelegenheit für diesen Start, und zwar in der Kombination einer großen Opernproduktion, Straussʼ Rosenkavalier in der opulenten Inszenierung von André Heller von 2019, und einer Konzertdarbietung mit dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms, zwei zentralen Werken des Repertoires in unterschiedlichen Genres und Stilen.

Ja, und diese stilistische Unterschiedlichkeit wollen wir auch dem Publikum vermitteln. Wir wollen insgesamt so vielseitig wie möglich sein. Kürzlich haben wir parallel Bergs Wozzeck und ein Konzertprogramm mit Operettenmusik von Franz Lehár gespielt, das sind schon zwei verschiedene Welten. In der kurzen Zeit, wo ich jetzt hier bin, haben wir schon große Repertoirebreiten durchschritten: von Film- und Varietémusik bis zu Wagners Ring, im Konzert gab es Mendelssohn, Liszt, Strauss und Schönberg und anderes mehr. Ich finde es einfach wichtig, dass das Orchester einen wunderbaren Brahms-Klang erzeugen kann, der etwas völlig anderes ist als ein Strauss-Klang. Wir müssen zeigen, dass wir von einem Abend auf den anderen wie selbstverständlich in Stil und Ausdruck umschalten können. Es ist jedenfalls die Aufgabe unseres Hauses und unseres ganzen Tuns, ein vielgestaltiges Repertoire in der denkbar besten Qualität zu pflegen. Und ich hoffe, dass es dem Orchester, dem Chor und allen Sängerinnen und Sängern ebensoviel Freude bereitet wie mir.

Das hoffen wir auch – und dann gutes Gelingen bei den Jubiläums-Festtagen 2026 und bei allen weiteren anstehenden Vorhaben!

Das Gespräch führte Detlef Giese.

Magazin Nr. 3

Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms gehört wohl zu den wunderbarsten Werken, die es für Chor und Orchester gibt – der Chor ist hier quasi der Hauptsolist der Aufführung. Für mich persönlich war es eine besondere Freude, das Werk mit dem Staatsopernchor einzustudieren, da ich es seit meiner Kindheit in- und auswendig kenne: Unter der Leitung von Christian Hauschild, der den Domknabenchor Helsinki „Cantores Minores“ jahrelang geleitet hat, habe ich das Stück zuerst als Sopran und später als Bass mehrmals gesungen.Schon als Kind lernte ich, dass das Besondere an diesem Requiem nicht nur die deutsche Sprache ist, sondern vor allem dass es zum Trost der Hinterbliebenen komponiert wurde. Das hört man und spürt man, sei es in den sehr leisen Passagen oder in den strahlenden Fortissimo-Stellen. Es ist wirklich eine Musik, die uns alle auf eine andere Ebene hebt!“

Dani Juris, Chordirektor

March

  • Festtage 2026

Der Rosenkavalier

Richard Strauss
Duration: approx. 4:40 hrs including two intervals after act one and act two

Cast

  • Festtage 2026

Der Rosenkavalier

Richard Strauss
Duration: approx. 4:40 hrs including two intervals after act one and act two

Cast

April

  • Festtage 2026,
  • For the last time this season

Der Rosenkavalier

Richard Strauss
Duration: approx. 4:40 hrs including two intervals after act one and act two

Cast

Symphoniekonzert VI

Christian Thielemann, Julia Kleiter, Konstantin Krimmel
Duration: approx. 2 hrs including one interval

Richard Strauss

Orchesterlieder

Ludwig van Beethoven

Symphony No. 6 F-Dur op. 68 Pastorale

Ouverture to Egmont op. 84

Symphoniekonzert VI

Christian Thielemann, Julia Kleiter, Konstantin Krimmel
Duration: approx. 2 hrs including one interval

Richard Strauss

Orchesterlieder

Ludwig van Beethoven

Symphony No. 6 F-Dur op. 68 Pastorale

Ouverture to Egmont op. 84

May

Die schweigsame Frau

Richard Strauss
Duration: approx. 3:40 hrs including two intervals

Cast

Die schweigsame Frau

Richard Strauss
Duration: approx. 3:40 hrs including two intervals

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Die schweigsame Frau

Richard Strauss
Duration: approx. 3:40 hrs including two intervals

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Die schweigsame Frau

Richard Strauss
Duration: approx. 3:40 hrs including two intervals

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  • For the last time this season

Die schweigsame Frau

Richard Strauss
Duration: approx. 3:40 hrs including two intervals

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Aus dem Magazin der Staatsoper Unter den Linden - Nr. 3.

Am 21. Februar 2026 erscheint die neue Ausgabe des Magazins der Staatsoper mit spannenden Einblicken und Interviews zu den Festtagen 2026, den Werken von Richard Strauss, der nächsten Premiere von Janáčeks Das schlaue Füchslein und der Neuproduktion von Wolfgang Amadeus Mozarts Die Entführung aus dem Serail.