Sir Simon Rattle wird Ehrendirigenten der Staatskapelle Berlin
Die Staatskapelle Berlin hat Sir Simon Rattle am gestrigen Abend in dankbarer Würdigung seines künstlerisch herausragenden Wirkens den Titel „Ehrendirigent der Staatskapelle Berlin“ verliehen. Mit dieser Auszeichnung ehrt das Orchester eine über viele Jahre gewachsene, künstlerisch besonders intensive Zusammenarbeit.
Die Ernennung erfolgte im Anschluss an das umjubelte Symphoniekonzert V am Montagabend auf der Bühne der Staatsoper Unter den Linden, bei dem Simon Rattle mit der Staatskapelle Berlin, dem Staatsopernchor und Gesangssolistinnen Gustav Mahlers Symphonie Nr. 2 c-Moll, die monumentale Auferstehungs-Symphonie, zur Aufführung brachte. Die Urkunde zur Ernennung zum Ehrendirigenten überreichte Noémi Makkos aus dem Orchestervorstand in Anwesenheit von Intendantin Elisabeth Sobotka, Generalmusikdirektor Christian Thielemann und der Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson.
Seit nunmehr 18 Jahren ist Simon Rattle eng mit der Staatsoper Unter den Linden und der Staatskapelle Berlin verbunden. 2008 feierte er mit Aufführungen von Claude Debussys Pelléas et Mélisande in der Inszenierung von Ruth Berghaus sein Debüt im Haus und mit dem Orchester. Insgesamt zehn Opernpremieren standen unter seiner musikalischen Leitung, allein sechs davon waren Werken von Leoš Janáček gewidmet, dessen Musik das besondere Interesse von Simon Rattle gilt.
Über einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg realisierte er einen vielbeachteten und hochgelobten Janáček-Zyklus, der 2011 mit Aufführungen von Aus einem Totenhaus begann und sich nun mit der Neuproduktion von Das schlaue Füchslein schließt. Hinzu kamen Premieren von Emanuel Chabriers selten gespielter Oper L’étoile sowie Mozarts Idomeneo. Außerdem dirigierte er Inszenierungen von Rameaus Hippolyte et Aricie und Charpentiers Médée, zwei Meisterwerke der französischen Barockoper, jeweils mit dem Freiburger Barockorchester.
Auch im Konzertbereich verbindet Sir Simon Rattle und die Staatskapelle Berlin eine langjährige Zusammenarbeit mit Programmen, die Werke von Haydn und Beethoven sowie Bruckner und Mahler ebenso enthielten wie Musik von Dvořák, Janáček, Weill und Birtwistle.
„Die Zusammenarbeit mit Simon Rattle ist für die Staatsoper Unter den Linden von großer künstlerischer Bedeutung und zugleich von einer besonderen Verbundenheit mit unserem Haus geprägt. Mit der jüngsten Premiere von Janáčeks Das schlaue Füchslein wurde der von ihm über viele Jahre gestaltete Janáček-Zyklus an der Staatsoper großartig vollendet. Dass wir Sir Simon Rattle zum Ehrendirigenten der Staatskapelle Berlin ernennen dürfen, ist Ausdruck unserer großen Dankbarkeit für diese langjährige und enge Zusammenarbeit. Er reiht sich damit in die besondere Reihe von Ehrendirigenten der Staatsoper Unter den Linden ein – darunter Pierre Boulez, Zubin Mehta und Otmar Suitner sowie unser Ehrenchefdirigent Daniel Barenboim“, so Intendantin Elisabeth Sobotka.
Generalmusikdirektor Christian Thielemann: „Ich freue mich sehr, dass mein geschätzter Kollege, Sir Simon Rattle, zum Ehrendirigent der Staatskapelle Berlin ernannt wurde. Seine intensive Beschäftigung, insbesondere mit dem Oeuvre Leoš Janáčeks, trägt zur großen musikalischen Flexibilität der Staatskapelle bei, wofür ich ihm sehr dankbar bin.“
„Die Zusammenarbeit mit Sir Simon Rattle ist für uns als Orchester über viele Jahre hinweg von großer künstlerischer Intensität und gegenseitigem Vertrauen geprägt gewesen. Seine Neugier, seine Offenheit und seine besondere Hingabe an die Musik haben unsere gemeinsame Arbeit immer wieder bereichert und inspiriert. Dass wir ihn nun zum Ehrendirigenten der Staatskapelle Berlin ernennen dürfen, ist Ausdruck unserer großen Dankbarkeit und Wertschätzung“, so der Orchestervorstand der Staatskapelle Berlin.
Die Staatsoper dankt den Freunden und Förderern der Staatsoper Unter den Linden und ihren Hauptpartnern BMW und Hilti Foundation herzlich für ihre Unterstützung.