Neuproduktion

Das schlaue Füchslein

Am Samstag, dem 28. Februar 2026 feiert Leoš Janáčeks Oper Das schlaue Füchslein Premiere an der Staatsoper Unter den Linden. Mit diesem poetisch-philosophischen Werk über den Kreislauf von Werden und Vergehen setzt das Haus seinen Janáček-Schwerpunkt fort, der vor allem durch die Dirigate von Simon Rattle geprägt ist. Die Inszenierung übernimmt der international gefragte Autor und Regisseur – und seit 2026 Intendant des Festivals d’Aix-en-Provence – Ted Huffman, der mit dieser Produktion sein Debüt an der Staatsoper gibt.

Janáčeks 1924 uraufgeführte Oper erzählt die Geschichte der jungen Füchsin Schlaukopf, die vom Förster gefangen genommen wird, sich der festgefügten Ordnung von Menschen und Tieren widersetzt und schließlich in die Freiheit des Waldes zurückkehrt. Dort gründet sie mit dem Fuchs eine Familie, bevor sie vom Wilderer erschossen wird. In dieser Tierfabel entfaltet sich ein perspektivreiches Spiel über Themen wie Natur und Zivilisation, über Liebe, Vergänglichkeit und den unaufhaltsamen Kreislauf des Lebens. Janáčeks hoch individuelle, melodisch, harmonisch wie rhythmisch spürbar avancierte Musik verwebt menschliche und tierische Klangwelten in dichter Atmosphäre.

Ted Huffman versteht Das schlaue Füchslein als vielschichtige Parabel, in der sich Tierwelt und menschliche Erfahrungsräume überlagern. Die Inszenierung folgt einer elliptischen Dramaturgie und arbeitet mit Verdichtungen sowie szenischen Sprüngen. Die Handlung entfaltet sich in klar gefassten, bewusst knapp gehaltenen Bildern, die an die Abfolge eines Comic-Strips erinnern – ein Gestaltungsmittel, das auch für Janáčeks Werkkonzeption ein wesentlicher Ausgangspunkt gewesen ist. Statt naturalistischer Szenerien prägen abstrahierte Räume die Aufführung, darunter das Wohnzimmer des Försters, ein Wirtshaus sowie offene Landschaften, Leitern und Stufen. Ein grüner Samtvorhang strukturiert diese Bildfolge und markiert Übergänge zwischen den Ebenen der Erzählung.

Das Bühnenbild von Nadja Sofie Eller ist als modulares, weißes Boxensystem angelegt, das Innen- und Außenräume bewusst nicht trennt, sondern miteinander in Verbindung bringt. Die Tierfiguren erscheinen in tierischer Gestalt, teilweise verkörpert von Akrobat:innen der staatlichen Ballett- und Artistikschule Berlin. Bestimmte Requisiten aus verweisen auf die Welt menschlicher Ordnung, die der Sphäre der Natur gegenübergestellt wird. Insgesamt hält die Inszenierung die Grenzziehungen zwischen Mensch und Tier, Zivilisation und Instinkt konsequent offen.

Die Titelpartie der Füchsin Schlaukopf singt Vera-Lotte Boecker, als Fuchs ist Magdalena Kožená zu erleben. Der Förster, ebenfalls eine zentrale Rolle des Werks, wird von Svatopluk Sem gesungen und gespielt. Weitere Partien übernehmen u. a. die Ensemblemitglieder Natalia Skrycka, Florian Hoffmann, David Oštrek und Carles Pachon. Am Pult der Staatskapelle Berlin steht der ausgewiesene Janáček-Kenner Simon Rattle, es singen der Staatsopernchor sowie der Kinderchor der Staatsoper.

Mit Das schlaue Füchslein wird der Janáček-Schwerpunkt der Staatsoper Unter den Linden fortgeführt und um eine Lesart ergänzt, die das Werk zwischen Märchen, Parabel und zeitloser Reflexion verortet. Zugleich kommt damit der 2011 mit Aus einem Totenhaus begonnene Zyklus der sechs großen Opern Janáčeks unter der musikalischen Leitung von Simon Rattle zu seinem Abschluss.

Die Staatsoper dankt den Freunden und Förderern der Staatsoper Unter den Linden und ihren Hauptpartnern BMW und Hilti Foundation herzlich für ihre Unterstützung.

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