Premiere

La Calisto

Im Rahmen der ersten Barocktage unter der Intendanz von Elisabeth Sobotka feiert Francesco Cavallis La Calisto am 8. November Premiere an der Staatsoper Unter den Linden. Stefan Herheim inszeniert das Werk in einer von ihm als „barocke Science Fiction“ beschriebenen Ästhetik, in der die ernsten wie die komischen Seiten des Werkes gleichermaßen in Erscheinung treten. Die musikalische Leitung übernimmt Christina Pluhar mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata, die sich in der Welt der ,Alten Musik' einen hervorragenden Ruf als besonders originelle Programm- und Klanggestalter erworben haben. Die Titelpartie singt Vera-Lotte Boecker, die zuletzt als Füchslein Schlaukopf in der Oper Janáceks an der Staatsoper Berlin zu erleben war. La Calisto ist eine Koproduktion mit dem Theater an der Wien, an dem sie erst Mitte September eine erfolgreiche Premiere in der nahezu deckungsgleichen Besetzung feierte.

Mit La Calisto, 1651 in Venedig uraufgeführt, schuf Francesco Cavalli gemeinsam mit seinem Librettisten Giovanni Faustini eines der lebendigsten und facettenreichsten Werke der frühen Operngeschichte. Götter, Nymphen und Naturwesen geraten darin in ein Geflecht aus Liebe, Begehren, Täuschung und Eifersucht. Im Zentrum steht die Nymphe Calisto, der sich Jupiter in Gestalt der von ihr verehrten Göttin Diana nähert. Eine Kette zahlreicher Irrungen und Wirrungen nimmt ihren Lauf, die Calisto schließlich als Sternbild an den Himmel führt.

Ernste und komische Figuren, tragische und burleske Situationen stehen dabei unmittelbar nebeneinander. Vera-Lotte Boecker beschreibt gerade dieses Changieren als besonderen Reiz: „Ich finde es wunderbar, denn es gibt keine klaren Grenzen zwischen Komödie und Tragödie – es ist beides zugleich, und damit sehr, sehr lebensnah.“

Stefan Herheim greift die Vielschichtigkeit der Oper auf und entwickelt gemeinsam mit seinem Team eine Bildwelt, die sowohl barocke Elemente enthält als auch einer zeitgenössischen Theatersprache verpflichtet ist. Wechselnde Identitäten und überraschende Wendungen werden Teil eines szenischen Kaleidoskops, das die labyrinthische Handlung an verschiedene Schauplätze und in unterschiedlichste Figurenkonstellationen hinein führt. Das Bühnenbild entwarf Silke Bauer, die Kostüme Yashi. Für Licht, Video und Choreographie zeichnen Karl Wiedemann, Roman Hagenbrock und Beate Vollack verantwortlich.

Christina Pluhar hat für die Produktion eine Neufassung von Cavallis Partitur erarbeitet, die sie gemeinsam mit dem auf historische Aufführungspraxis spezialisierten Ensemble L’Arpeggiata mit großem Klangreichtum und Stilgefühl präsentiert. Neben Vera-Lotte Boecker als Calisto gehören u. a. Milan Siljanov als Giove, Giuseppina Bridelli als Giunone, Luciana Mancini als Diana, Renato Dolcini als Mercurio, Arnaud Gluck als Endimione und Marcel Beekman als Linfea zum Ensemble.

Die Barocktage 2026 finden vom 7. bis 27. November an der Staatsoper Unter den Linden statt und spannen in diesem Jahr den Bogen von den Anfängen der Gattung Oper bis zu Glucks Orfeo ed Euridice (mit Cecilia Bartoli und den Musiciens Du Prince – Monte Carlo in halbszenischer Aufführung) am Ende der Barockepoche. Auf dem Programm stehen außerdem Monteverdis L’incoronazione di Poppea und Purcells Dido & Aeneas sowie Konzerte mit u. a. Christina Pluhar, Roberta Mameli, Rolando Villazón, Raffaele Pe, dem Ensemble L’Arpeggiata und der Akademie für Alte Musik Berlin.

Termine & Tickets

Die Staatsoper dankt ihren Hauptpartnern dem Board of Trustees, BMW und den Freunden und Förderern der Staatsoper Unter den Linden für ihre Unterstützung.