Premiere

La Vestale

Mit Gaspare Spontinis La Vestale feiert die Staatsoper Unter den Linden am 26. September 2026 ihre erste Premiere der Spielzeit und bringt zugleich ein Werk auf die Bühne zurück, das in besonderer Weise mit der Geschichte des Hauses verbunden ist. Mit La Vestale gelang Gaspare Spontini 1807 in Paris der internationale Durchbruch. Bereits wenige Jahre später wurde das Werk an der Königlichen Oper Unter den Linden aufgeführt, deren erster Generalmusikdirektor Spontini von 1820 bis 1841 war. Mit ihren beeindruckenden Chorszenen und ihrer innovativen Klangsprache wurde die Oper zu einem Schlüsselwerk des frühen 19. Jahrhunderts und beeinflusste Komponisten wie Hector Berlioz und Richard Wagner nachhaltig.

Am Pult der Staatskapelle Berlin steht Carlo Rizzi, Regie führt Lydia Steier. Die Titelpartie übernimmt Sonya Yoncheva, die erstmals als Julia zu erleben ist. An ihrer Seite singen David Butt Philip als Licinius, Marina Prudenskaya als La Grande Vestale, Siyabonga Maqungo als Cinna, Adrian Sâmpetrean als Le Souverain Pontife und Hanseong Yun als Un Consul sowie der Staatsopernchor. Es spielt die Staatskapelle Berlin.

Julia, eine Vestalin, widersetzt sich dem ihr auferlegten Keuschheitsgelübde und entscheidet sich für die Liebe zu dem Feldherrn Licinius. Lydia Steier erzählt diese Geschichte als Auseinandersetzung mit autoritären Herrschaftsstrukturen, in denen religiöse, politische und militärische Macht untrennbar miteinander verbunden sind. Schauplatz ihrer Inszenierung ist das historische Amphitheater der Pariser Sorbonne – ein Ort des Wissens, an dem Bücher zum Brennmaterial eines Regimes werden und so die religiös aufgeladene, stabilisierende Flamme lodern lässt. Damit verbindet die Produktion den antiken Stoff mit Fragen nach politischer und persönlicher Freiheit, weiblicher Selbstbestimmung und dem Widerstand gegen autoritäre Systeme.

Für Sonya Yoncheva erfüllt sich mit der Partie der Julia ein lang gehegter Wunsch. Kurz nach der Bekanntgabe der Spielzeit bezeichnete sie die Rolle als „one of the roles I have long been looking forward to“. Besonders fasziniert sie Spontinis vielschichtige Musiksprache, die Elemente der klassischen Tradition mit romantischer Ausdruckskraft verbindet. Julia verkörpert für sie eine Frau von außergewöhnlichem Mut, ihr Leben zu verändern und ihrer eigenen Überzeugung folgt.

Das Bühnenbild entwarf Etienne Pluss, der an der Staatsoper Unter den Linden auch die Bühne für Die Sache Makropulos sowie Samson et Dalila verantwortete, die Kostüme stammen von Katharina Schlipf. Für das Licht zeichnet Valerio Tiberi verantwortlich, die Videoprojektionen entwickelte Etienne Guiol. Den Staatsopernchor studiert Dani Juris ein. La Vestale entsteht als Koproduktion mit der Opéra national de Paris.

Termine & Tickets

Die Staatsoper dankt ihren Hauptpartnern dem Board of Trustees, BMW und den Freunden und Förderern der Staatsoper Unter den Linden für ihre Unterstützung.