Die Werke siedeln ja an der Grenze von Operette und Oper, ohne richtiges „Happy End“. Trotzdem darf das Publikum hinreichend viel Esprit, Humor sowie regelrechte „Ohrwürmer“ erwarten, nicht wahr?
So ist es. Lehárs Musik, gerade aus den genannten drei Werken – hinzu kommt als Eröffnungsstück noch die nachkomponierte klangprächtige Ouvertüre zur Lustigen Witwe – ist populär im besten Sinne, besitzt einen hohen Wiedererkennungswert, verfügt über schmissige, zuweilen auch ein wenig schwermütige Melodien. Es ist eine Musik, die quasi zum Mitsingen geeignet ist – und dieser Charakter soll auch bei diesem Konzert mitschwingen und das Publikum animieren.
Im Februar 2026 steht dann ein weiteres Sonderkonzert der Staatskapelle unter Ihrer Leitung an, mit dem schönen Titel „Musik aus fernen Rundfunktagen“. Was verbirgt sich dahinter?
Es soll ein Ausflug werden in die Kultur der Kurorchester wie es sie etwa in Bad Reichenhall, Bad Kissingen oder Bad Ems lange Zeit gegeben hat bzw. immer noch gibt. Eine qualitativ hochstehende, anspruchsvolle Unterhaltungsmusik wurde und wird da geboten, immer sehr publikumsnah, mit 15 einer großen stilistischen Bandbreite, rhythmischem Schwung und Melodienseligkeit. Operette und Jazz haben da ebenso ihren Platz wie die sogenannte „leichte Klassik“ – und das wollen wir mit unserem Programm auch erreichen. Musik soll erklingen, wie sie sonntagnachmittags im Radio gespielt und von vielen Menschen mit großem Interesse gehört wurde, leichtfüßig von einem Stil zum anderen springend, oft mit tänzerischem Einschlag, aber auch mit der Klangintensität und -schönheit eines großen Opern- und Symphonieorchesters versehen. Ein Stück, das wir spielen werden, die Tänzerische Suite des als Operettenkomponist bekannt gewordenen Eduard Künneke, ist 1929 sogar eigens für den Rundfunk geschrieben worden. Ich denke, dass wir in Zukunft noch des Öfteren derartige Ausflüge in eher unbekanntes Repertoire, das wir dem Vergessen bzw. der Missachtung entreißen wollen, unternehmen werden. Alles gewiss zur Freude des Orchesters wie des Publikums!
Es scheint jedenfalls, dass die Ideen so schnell nicht ausgehen. Und wir können alle miteinander gespannt sein auf die kommenden Aufführungen in Oper und Konzert. Gutes Gelingen dafür!
Das Gespräch führte Detlef Giese.
Magazin Nr. 2